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(de) Italy, FAI, Umanita Nova #19-26 - Sicherheitsbesessenheit und Repression. Das neue Antiterror-Dokument des Weißen Hauses (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 28 Jul 2026 07:17:23 +0300


Ende Mai veröffentlichte das Weiße Haus die neue US-Antiterrorstrategie 2026. In diesem Dokument definiert die US-Regierung die Prioritäten, Ziele und Instrumente ihrer Antiterrorpolitik. Es handelt sich dabei nicht um ein technisches Memo für Insider. Vielmehr erklärt Washington in diesem Dokument, welche Bedrohungen es als prioritär einstuft und welches Sicherheitskonzept es innerhalb und außerhalb seiner Grenzen verfolgen will.
Das sechzehnseitige Dokument enthält operative Leitlinien und eine politische Vision. Es behandelt Drogenkartelle, internationalen Dschihadismus, Grenzkontrollen, Cyberoperationen, den Nahen Osten und Lateinamerika. Doch dieses Dokument enthält auch einen Punkt, der besondere Aufmerksamkeit verdient, da er den Bereich politischer und sozialer Konflikte direkt betrifft.

"Gewalttätige Linksextremisten, darunter Anarchisten und Antifaschisten", werden ebenfalls als eine der größten terroristischen Bedrohungen für die Vereinigten Staaten aufgeführt. Das Dokument behandelt das Thema explizit und nennt unter seinen strategischen Prioritäten die Identifizierung und Neutralisierung politischer Gruppen, die als antiamerikanisch, radikal pro-transgender und anarchistisch definiert werden.

Es lohnt sich, über diese Zeilen nachzudenken. Dies ist keine spontane Äußerung oder ein Slogan für eine Kundgebung. Es ist ein offizielles Dokument zur nationalen Sicherheit. Und genau das macht es politisch relevant.

Denn wenn eine Macht wie die Vereinigten Staaten Anarchisten und Antifaschisten explizit in den Kampf gegen den Terrorismus einbezieht, geht es nicht nur um eine wortgewandte Entscheidung. Es ist ein präzises politisches Signal, das sich an Geheimdienste, Polizeikräfte, internationale Verbündete und westliche Regierungen richtet. Es ist ein Signal, das sich in ein breiteres Klima einfügt, in dem sozialer und politischer Dissens zunehmend als Frage der öffentlichen Ordnung und Sicherheit behandelt wird.

Wenn der politische Feind zur Sicherheitsfrage wird

Die Geschichte des modernen Staates ist auch die Geschichte der Konstruktion des "Feindes im Inneren". Zeiten, Regierungen und Namen ändern sich. Doch der Mechanismus kehrt zurück. Mal waren es Subversive, Bolschewiki, unerwünschte Ausländer, Anarchisten, Terroristen. Unterschiedliche Figuren, aber vereint durch dieselbe politische Funktion: die als Außenseiter wahrgenommenen Personen zu identifizieren und sie als kollektive Bedrohung darzustellen.

In den letzten fünfundzwanzig Jahren konzentrierte sich dieser Prozess vor allem auf den Begriff "Terrorismus". Nach dem 11. September gewann diese Kategorie im westlichen politischen und juristischen Sprachgebrauch enorm an Bedeutung. In ihrem Namen wurden Sondergesetze verabschiedet, Überwachungsbefugnisse erweitert und Geheimdienste gestärkt. Maßnahmen, die als Ausnahmen begannen, sind zur Routine geworden.

Heute scheint sich dieses Paradigma noch weiter auszudehnen.

Das Dokument des Weißen Hauses erwähnt nicht nur dschihadistische Netzwerke oder transnationale bewaffnete Organisationen. Etwas anderes tritt zutage: Soziale Konflikte finden explizit Eingang in die Sprache der nationalen Sicherheit. Anarchismus, militanter Antifaschismus und politischer Radikalismus im Allgemeinen werden als Elemente einer Bedrohung genannt, die überwacht und neutralisiert werden müssen.

Es handelt sich nicht nur um eine lexikalische Verschiebung. Es handelt sich um einen politischen Wandel.

Wird Dissens unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit interpretiert, verliert er seine Bedeutung als Ausdruck sozialen Konflikts oder politischer Opposition und wird in den Bereich des Ausnahmezustands verortet. Er ist nicht länger ein politischer Gegner, sondern ein potenzieller Destabilisierungsfaktor.

Und genau hier verschwimmt die Grenze. Wo endet die Unterdrückung gewalttätigen Verhaltens und wo beginnt das Sicherheitsmanagement von Dissens? Diese Frage betrifft die Vereinigten Staaten, ist aber auch für das heutige Europa von großer Bedeutung.

Von Amerika nach Europa: Unterschiedliche Vokabulare, gleiche Richtung

Es wäre zu einfach, einen direkten Übergang von den Vereinigten Staaten nach Europa anzunehmen. Die politischen Kontexte sind unterschiedlich, ebenso wie die rechtlichen und institutionellen Traditionen. Betrachtet man jedoch das Gesamtbild, zeichnet sich ein klarer gemeinsamer Trend ab.

In den Vereinigten Staaten spricht man von Strategien zur Terrorismusbekämpfung. In Europa wandelt sich das Vokabular: öffentliche Sicherheit, Grenzkontrolle, städtische Ordnung, Bekämpfung von Extremismus. Die Begriffe sind unterschiedlich, doch die politische Richtung scheint oft dieselbe zu sein.

Sozialer und politischer Dissens wird zunehmend weniger als natürlicher Bestandteil demokratischer Konflikte und mehr als Sicherheitsrisiko betrachtet. Mobilisierungen, Mahnwachen, Besetzungen und Proteste werden aus dem Bereich der politischen Debatte herausgelöst und in den Bereich der öffentlichen Ordnung oder des Notstands verbannt.

Konflikte werden somit nicht mehr als das interpretiert, was sie ausdrücken - eine soziale Spaltung, eine Forderung, ein Bedürfnis -, sondern in die Sprache des einzudämmenden Risikos übersetzt.

In diesem Wandel wird der Konflikt zunehmend entpolitisiert. Er wird nicht mehr auf sozialer oder politischer Ebene behandelt, sondern durch Strafrecht, Polizeiapparat und präventive Überwachung.

Die Folge ist, dass das, was Raum für Diskussionen eröffnen sollte, immer mehr als Sicherheitsfrage behandelt wird. Und abweichende Meinungen, die ursprünglich Ausdruck von Konflikten waren, werden zu einem Faktor der Unruhe und einem Objekt der Kontrolle.

Der italienische Fall

In Italien ist dieser Prozess nicht neu. Er hat tiefe Wurzeln, hat aber in den letzten Jahren neue Dynamik und politische Legitimität gewonnen.

Das Vokabular der sogenannten "Sicherheitsdekrete" hat den Schwerpunkt des öffentlichen Diskurses zunehmend verschoben: Was einst auf sozialer oder politischer Ebene interpretiert wurde, wird immer mehr in Begriffe von Sicherheit, öffentlicher Ordnung und Notstand übersetzt. Der Konflikt wird somit nicht aufgrund dessen, was er ausdrückt - Forderung, Opposition, Widerstand -, sondern aufgrund der Störung der bestehenden Ordnung dargestellt.

Es geht nicht um eine einzelne Bewegung. Das Phänomen ist umfassender und berührt sehr unterschiedliche Realitäten: Migration, Wohnungsbesetzungen, territoriale Konflikte, Streikposten von Arbeitern, Umweltmobilisierungen, Solidaritätsnetzwerke.

Es geht nicht nur um die Verschärfung von Sanktionen oder die Unterdrückung individuellen Verhaltens. Es steckt etwas Tieferes dahinter: die Konstruktion einer politischen Ordnungskultur, in der jeder, der die soziale Normalität stört, leicht zu einem Sicherheitsproblem erklärt wird.

So erscheint abweichende Meinungen nicht mehr als Ausdruck eines realen Konflikts, sondern als kollektive Bedrohung. Nicht länger eine unbequeme Stimme in der Öffentlichkeit, sondern ein Element, das eingedämmt, isoliert und verhindert werden muss. Und in diesem Wandel - oft schleichend, fast unmerklich - lässt sich einer der deutlichsten politischen Veränderungen der letzten Jahre messen.

Eine politische Annäherung aus der Ferne

Es wäre übertrieben, von einem einzelnen Akteur zu sprechen. Doch die zunehmend deutliche politische und kulturelle Konvergenz zwischen den Vereinigten Staaten und Europa ist unübersehbar.

Regierungen, institutionelle Systeme und die Sprache verändern sich. Doch das Gesamtbild weist Gemeinsamkeiten auf. Sicherheit wird zum bevorzugten Terrain für Konsensbildung. Ordnung wird dem Konflikt, Stabilität dem Dissens, Kontrolle der Bewegungs- und Organisationsfreiheit gegenübergestellt. Alles, was die Grenzen des Regierbaren überschreitet, wird tendenziell auf die Sprache der Bedrohung reduziert.

Auf diesem Terrain hat die heutige Rechte einen bedeutenden Teil ihrer Hegemonie aufgebaut. Sie verspricht Schutz, erzeugt aber oft Kontrolle. Sie beruft sich auf Sicherheit, verengt aber letztlich den Raum für legitime Konflikte und weitet den der Überwachung aus. Sie unterdrückt nicht nur Verhalten, sondern definiert neu, was als gefährlich wahrgenommen werden kann.

Für die anarchistische Bewegung hat all dies etwas zutiefst Vertrautes.

In den Vereinigten Staaten ist die Kriminalisierung des Anarchismus nichts Neues. Die amerikanische Geschichte kennt dies bereits: nach dem Haymarket-Massaker, während der Palmer-Razzien von 1919/20 und im politischen und juristischen Klima um den Prozess und die Hinrichtung von Sacco und Vanzetti. Jedes Mal wiederholt sich dieser Mechanismus in unterschiedlichen Formen, aber nach einer erkennbaren Dynamik: Ein Notstand wird herbeigeführt, Repressionsmaßnahmen werden verschärft, der Zielbereich erweitert.

Und dieser Bereich beschränkt sich selten auf die ersten Betroffenen.

Dies ist die Lehre, die uns die Geschichte immer wieder erteilt. Wenn Dissens zu einer Sicherheitsfrage wird, steht nicht nur das Schicksal einer politischen Minderheit auf dem Spiel. Der Raum für Freiheit für alle schrumpft zusehends.

Deshalb bedeutet die sorgfältige Lektüre eines Dokuments wie der US-Strategie zur Terrorismusbekämpfung 2026 heute nicht, sich mit einem Detail der amerikanischen Politik zu befassen. Es bedeutet, einen umfassenderen Trend unserer Gegenwart zu beobachten. Denn was heute als Bedrohung identifiziert wird, kann morgen die Grenze der Freiheit für alle sein.

Totò Caggese

https://umanitanova.org/ossessioni-securitarie-e-repressione-il-nuovo-documento-antiterrorismo-della-casa-bianca/
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