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(de) Italy, FDCA, Cantiere #45 - Schule und Forschung: Warum dieser Vertrag nicht hätte unterzeichnet werden dürfen - Alessandro Granata Seixas (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 28 Jul 2026 07:15:35 +0300


Die Verlängerung des nationalen Bildungs- und Forschungsvertrags 2025-2027 wurde als positives Ergebnis präsentiert, beinahe als Beweis gewerkschaftlicher Verantwortung in schwierigen Zeiten. Doch hinter der Rhetorik der "notwendigen Unterzeichnung" bleibt eine grundlegende politische Frage: War dies wirklich das Beste, was für über eine Million Beschäftigte in Schulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen erreicht werden konnte?
Für einen Teil der Gewerkschaften lautet die Antwort: Nein. Die alternative Radici-Fraktion innerhalb der FLC-CGIL stimmte auf der Generalversammlung entschieden gegen die vorläufige Vereinbarung und bezeichnete sie als schwaches und unzureichendes Ergebnis. Diese Position entspringt nicht ideologischem Maximalismus, sondern einer konkreten Einschätzung der Lohnsituation, des Machtverhältnisses und der eigentlichen Funktion einer Gewerkschaft.
Der Kern der Sache ist einfach: Der Vertrag gleicht die Lohnausfälle nicht aus. Die erwarteten Erhöhungen liegen bei etwa 6 % über den Dreijahreszeitraum, während die in den Vorjahren aufgelaufene Inflation die Kaufkraft um rund 11 % geschmälert hat. In der Praxis werden die Beschäftigten real weiterhin weniger verdienen als zuvor.
Dennoch wurde die Entscheidung getroffen, das Abkommen schnell zu unterzeichnen, ohne eine wirkliche nationale Mobilisierung aufzubauen. Kein branchenweiter Generalstreik, keine Massenkampagne am Arbeitsplatz, keine breite nationale Versammlung der Gewerkschaften. Die Verhandlungen fanden fast ausschließlich hinter den Kulissen statt, während der Sektor im Wesentlichen Zuschauer blieb.
Doch dann stellt sich unweigerlich die Frage: Was bringt es, die größte Schulgewerkschaft zu sein, wenn man diese organisierte Macht nicht nutzen kann, um bessere Bedingungen zu erreichen?
Eine große Gewerkschaft sollte sich nicht darauf beschränken, die bestehenden Bedingungen zu verwalten oder Lohnkürzungen zu genehmigen. Sie sollte in der Lage sein, Machtverhältnisse aufzubauen. Sie sollte in der Lage sein, weit verbreitete Unzufriedenheit in kollektive Initiative umzuwandeln. Sie sollte in der Lage sein, Nein zu sagen, wenn die auferlegten Bedingungen unzureichend sind.
Das Problem ist nicht nur wirtschaftlicher Natur. Es ist politisch und strategisch.
In den letzten Jahren haben Schulen und Universitäten eine fortschreitende materielle und symbolische Verarmung erlitten. Die Gehälter in diesem Sektor gehören trotz des hohen Qualifikationsniveaus mittlerweile zu den niedrigsten im öffentlichen Dienst. Die Beschäftigten der ATA verdienen Löhne nahe der Armutsgrenze, während sich die Kluft zwischen Lehrkräften und Forschenden und anderen öffentlichen Sektoren stetig vergrößert.
Gleichzeitig finden tiefgreifende Veränderungen statt: Regionalisierung, Kommerzialisierung, Vergütungssysteme, territoriale Zersplitterung und der Eintritt privater Anbieter in den öffentlichen Schuldienst. Der nationale Tarifvertrag wird schrittweise ausgehöhlt und durch lokale, wettbewerbsorientierte Ansätze ersetzt, die die kollektiven Rechte schwächen.
In diesem Kontext birgt die übereilte Unterzeichnung einer schwachen Vorvereinbarung die Gefahr, einen bestimmten Zweck zu verfolgen: die Vorstellung zu normalisieren, dass Schulen ohne echten Widerstand weiter an Boden verlieren sollen.
Dabei hätte der Kontext einen anderen Weg ermöglicht. Die Regierung befindet sich in einer politischen und sozialen Krise. Die Proteste gegen Reformen, die Schulen, Universitäten und die öffentliche Verwaltung betreffen, nehmen zu. Genau deshalb, so argumentieren die Gegner der Unterzeichnung, wäre es an der Zeit gewesen, eine Phase echter Mobilisierung einzuleiten: Streiks, Versammlungen, sektorübergreifende Koordination und die Gestaltung lokaler und nationaler Konflikte. Standhaft zu bleiben hätte nicht bedeutet, sich mit leeren Versprechungen zufriedenzugeben. Es hätte bedeutet, die zahlenmäßige und organisatorische Stärke der Gewerkschaft zu nutzen, um den Lohn- und Sozialkonflikt neu zu entfachen. Denn Rechte werden nicht durch staatliche Wohlwollen oder Verhandlungsgeschick errungen. Sie entstehen durch kollektiven Druck, der das Machtverhältnis verschieben kann.
Radicis Position im FLC wirft daher eine Frage auf, die über diese einzelne Vorvereinbarung hinausgeht: Welche Strategien und Taktiken brauchen Gewerkschaften heute, um öffentliche Schulen zu retten und die Löhne zu erhöhen? Eine Gewerkschaft, die aus Verantwortungsgefühl unterzeichnet, selbst wenn die Ergebnisse unzureichend sind? Oder eine Gewerkschaft, die Mobilisierung, Konflikt und demokratische Teilhabe als unverzichtbare Instrumente betrachtet, um Löhne, die Würde der Arbeit und die öffentliche Funktion des Bildungswesens zu verteidigen?
Denn ohne Konflikt ist das Risiko offensichtlich: Der Tarifvertrag verliert seine Funktion als Instrument des sozialen Fortschritts und wird lediglich zu einem Ort, an dem bereits anderswo beschlossene Rückschläge bestätigt werden.

http://www.alternativalibertaria.org
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