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(de) Germany,Trier, Die Plattform: Vortrag - Gutes Leben nach dem Kapitalismus - Bericht (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sat, 24 Jan 2026 08:08:02 +0200
Liebe Freund*innen und Genoss*innen, ---- am vergangenen Donnerstag, dem
11.12.2025, haben wir gemeinsam an ein Format von vor einigen Jahren
angeknüpft und uns im Rahmen eines Vortrages mit verschiedenen Ideen und
Konzepten postkapitalistischer Wirtschaft auseinandergesetzt. ----
Natürlich ist uns bewusst, dass ein Wirtschaftssystem einer kommenden
Welt nichts ist, das wir auf dem Reißbrett planen und dann einfach
umsetzen können. Doch ebenso glauben wir, dass wir als gesellschaftliche
Linke seit vielen Jahren keine greifbaren Alternativen mehr zu bieten
haben, die sich die Menschen vorstellen können. Auch deshalb schaffen
wir es oft nicht, Menschen davon zu überzeugen, dass der Kapitalismus
und seine Verwerfungen kein Naturgesetz sind und überwunden werden
können. Wir brauchen konkretere Ideen und Angebote, mit denen wir in den
Austausch gehen können.
Und es gibt diese konkreten Ideen. Auch in den letzten Jahren und
Jahrzehnten machen sich kluge Menschen kluge Gedanken zur großen Frage,
wie wir anders, wie wir besser wirtschaften können. Doch diese
Vorschläge schaffen es selten aus einem akademischen Diskurs heraus.
Unsere Veranstaltung vom Donnerstag war ein vorsichtiger Schritt, lokal
mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die die Verhältnisse aus einer
ähnlichen Perspektive betrachten wie wir. Gemeinsam wollen daran
arbeiten, diesen Austausch auszuweiten und unseren Beitrag dafür
leisten, als Gesellschaft endlich wieder über Wege aus Krise und
Ausbeutung heraus zu sprechen.
Weiter unten findet ihr ganz kurze, abrissartige Vorstellungen der Ideen
(die natürlich der Komplexität nicht ansatzweise gerecht werden können),
über die wir gesprochen haben. Wenn ihr Lust habt, darüber in den
Austausch zu kommen, meldet euch, am besten über Instagram.
Wir bedanken und bei allen Menschen, die da waren für einen gelungenen
Abend und einen tollen Austausch, auch wenn nach Ende des Vortrages, die
Luft ein wenig raus war. Für künftige Formate werden wir wohl versuchen,
die Themen in mehreren Veranstaltungen vorzustellen.
In diesem Sinne gehen wir fragend voran. - die plattform Trier
Arbeitszeitsozialismus
Dieses Konzept ist eine Weiterentwicklung der klassischen
staatssozialistischen Ansätze des 20. Jahrhunderts und entspricht damit
von vorne herein nicht wirklich unserer Vorstellung einer befreiten
Gesellschaft. Doch darum ging es uns nicht und auch dieser Vorschlag
bietet interessante Ideen, aus der Misere der kapitalistischen Moderne.
Auch wenn sie vielleicht nicht weit genug gehen.
Ausgehend von der Marxschen Arbeitswerttheorie schlägt dieser Ansatz
vor, arbeitende Menschen mit irgendeiner Form von "Arbeitszeitanleihen"
zu bezahlen. Diese dürfen wir uns nicht als Geld vorstellen, denn sie
wären nur einmalig verwendbar, nicht übertragbar und würden nach einer
gewissen Zeit verfallen. Der Wert aller Güter wird in der für ihre
Produktion notwendigen Arbeitszeit bemessen und so kann ich mir, wenn
ich zehn Stunde arbeite, Güter kaufen, deren Produktion zehn Stunden
Arbeitszeit enthält. Das klingt einfach, wird aber in komplexen
Produktionsketten unfassbar unübersichtlich. Denn es geht nicht nur um
die Arbeitszeit der konkreten Ware, sondern auch um die, die in den
Maschinen zu ihrer Produktion steckt, in den Rohstoffen und
Vorprodukten, im Wissen, das nötig ist usw. Früher war so ein Konzept
undenkbar, doch gehen wir davon aus, dass es uns als (Welt-)Gesellschaft
mittlerweile möglich ist, mit Informationstechnologie, diese unglaublich
komplexen Berechnungen anzustellen, wird es auf einmal greifbar.
Es gäbe immer noch einen Staat, über den sich die Gesellschaft
organisiert, doch durch die Diversifizierung von Tätigkeitsbereichen
soll die Herausbildung eine Klasse von Bürokrat*innen, wie in allen
realsozialistischen Staaten, verhindert werden. Dieser Staat müsste über
eine allgemeine Steuer eine soziale Absicherung, eine Infrastruktur, die
Produktionsmittel u.Ä. bezahlen, doch darüber hinaus gäbe es keinen
Mehrwert, der abgeschöpft würde. Die Verteilung der produzierten Güter
wäre über einen sozialistischen Konsumgütermarkt denkbar. Außerdem
müssten Anreizsysteme geschaffen werden, denn auch, wenn diese Ideen
besser klingen, als unsere heutigen Verhältnisse, gäbe es immer noch
Lohnarbeit. Und wenn es Lohnarbeit gibt, gibt es auch einen
Klassengegensatz, selbst, wenn dieser in den Menschen selber besteht.
Parecon
Der Name Parecon steht für Participatory Economics und benennt ein
Konzept, dass seit einigen Jahren in der radikalen Linken durchaus
diskutiert wird. Parecon möchte Gesellschaft und Wirtschaft anhand der
vier Grundwerte Selbstverwaltung, Solidarität, Vielfalt und Fairness
aufbauen und schlägt dafür fünf Institutionen vor, die sie entsprechend
organisieren würden. Wirtschaft und Gesellschaft wären grundsätzlich
selbstverwaltet und jede Person soll in gleichem Maße an einer
Entscheidung beteiligt werden, in dem sie davon betroffen ist. Das
funktioniert über Arbeiter*innen- und Konsument*innenräte, in denen
jegliche Produktion und Verteilung geplant und ausgeführt wird. Auch
Parecon hält die Abschaffung der Lohnarbeit nicht für möglich und möchte
dafür eine Gerechte Entlohnung nach Mühe und Verzicht einführen. Wer
einen unbeliebten Job macht, würde mehr bekommen. Auch hier gibt es
"Geld" nicht als universelles Tauschmittel, das unbegrenzt
konzentrierbar ist, sondern wäre nicht übertragbar und nur durch Arbeit
zu bekommen. Alles andere, die Produktionsmittel, die Infrastruktur usw.
usf. würde allen als Gemeinschaft produktiver Ressourcen gehören. Dass
sich eine Klasse von Koordinator*innen bildet, die sich letztlich zu
einer neuen Elite entwickelt, soll über Ausgewogene Tätigkeitbündel
verhindert werden. Das heißt, dass möglichst viele Menschen befähigt
sind, möglichst diverse Aufgaben zu übernehmen. Sowohl Fließband als
auch Planung etwa. Die fünfte Institution ist die Partizipatorische
Wirtschaftsplanung, was bedeutet, dass alle Räte im Austauschüber ihre
Kapazitäten und Bedarfe stehen und diese anhand des möglichen
aushandeln. Ausgleichsausschüsse würden zwischen den Räten vermitteln,
Vorschläge machen und bei der Koordination helfen, besonders dann wenn
es widersprüchliche Vorstellungen gibt. So würden z.B. jährliche Pläne
erstellt, was produziert, investiert und konsumiert werden soll. Es gäbe
somit auch keine Verteilung der Güter über einen Markt mehr, der immer
auch das Streben nach dem eigenen Vorteil mit sich bringt.
Commonismus
Zuletzt haben wir über den Ansatz des Commonismus gesprochen. Das
Kofferwort setzt sich erkennbarer weise aus Kommunismus und Commons
zusammen, was in englischsprachigen Ländern ein recht weitgefasster
Begriff für irgendeine Art von traditionellem Gemeinbesitz ist. Im
Denken des Commonismus wird der Begriff aber enger gefasst. Er
beschreibt irgendeine Form von Ressource, sei es Wissen, Technologie,
Rohstoffe, Land, Maschinen uvm., die durch den Prozess des Commoning zu
einem Gemeingut wird und von einer Gruppe Menschen in Stellvertretung
aller genutzt wird. Sie gehört ihnen aber nicht. Niemandem gehört
irgendetwas und so werden Güter auch nicht getauscht, sondern abgegeben.
Die nutzenden Zusammenhänge heißen wiederum Commons. Das radikale an
dieser Vorstellung ist, die Abschaffung nicht nur von Privatbesitz an
Produktionsmitteln und des Marktes als Verteilungsinstrument, sondern
auch die Abschaffung der Lohnarbeit. Jede Beteiligung ist freiwillig.
Dass Menschen dennoch notwendige Tätigkeiten auf sich nehmen soll über
das grundlegende, menschliche Bedürfnis, der produktiven Vorsorge des
eigenen Daseinserhalt organisiert werden. Dadurch entfällt die
Entfremdung von der Arbeit. Da Güter so keinen Preis mehr in irgendeiner
"Rechnungseinheit" (etwa Geld) haben, entfällt auch der Tauschwert und
dadurch der Doppelcharakter der Warenform. Sie werden ausschließlich für
ihren Gebrauchswert produziert und verteilt. Auch die Vision einer
solchen Gesellschaft wäre zwangsläufig auf ein hohes Maß an
Informationstechnisierung angewiesen. Als Anschauungsbeispiel könne wir
uns das Fediverse vorstellen. Jegliche transpersonelle Kommunikation
(über die persönlichen Bekanntschaften einer Person) , sei es zwischen
Haushalten, Produktionsstätten oder funktionalen Räten läuft über
"Protokolle", in dem die gemeinsamen Vereinbarungen (etwa Konsense über
den gemeinsamen Umgang, Lieferfristen uvm.) festgeschrieben sind und
über die sich zu beliebig komplexen Zusammenhängen föderiert werden kann.
Diese Protokolle setzen radikale Informationstransparenz voraus und
können jederzeit gelöst werden. So entsteht das unumgängliche Interesse
der Kooperation, durch Übervorteilung gelange ich nicht mehr zu meinen
eigenen Zielen. Mein Vorteil, mein Vorankommen wird unlösbarer Teil des
Vorankommens aller.
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