A - I n f o s

a multi-lingual news service by, for, and about anarchists **
News in all languages
Last 40 posts (Homepage) Last two weeks' posts Our archives of old posts

The last 100 posts, according to language
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Catalan_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ _The.Supplement

The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Castellano_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_
First few lines of all posts of last 24 hours | of past 30 days | of 2002 | of 2003 | of 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009 | of 2010 | of 2011 | of 2012 | of 2013 | of 2014 | of 2015 | of 2016 | of 2017 | of 2018 | of 2019 | of 2020 | of 2021 | of 2022 | of 2023 | of 2024 | of 2025 | of 2026

Syndication Of A-Infos - including RDF - How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups

(de) Italy, FAI, Umanita Nova #35-25 - Schulen und Künstliche Intelligenz. NextGen AI: Die zunehmende Kommerzialisierung des Bildungssektors (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Thu, 15 Jan 2026 08:07:14 +0200


Vom 8. bis 13. Oktober 2025 fand in Neapel der "Next Generation AI - International Summit on Artificial Intelligence in Schools" statt, eine Veranstaltung, die vom italienischen Bildungsministerium als "größte Initiative zum Thema KI in Bildungs- und Ausbildungsprozessen" präsentiert wurde.
Eine ganze Woche lang gab es Konferenzen, Workshops, Masterclasses, Abendveranstaltungen, Führungen, interaktive Installationen und - vor allem - eine große Anzahl von Unternehmen, Startups und Anbietern von Bildungstechnologien, die ihre Produkte Lehrkräften, Schulleitungen und Schulpersonal vorstellten.

Das offizielle Programm, das an Delegationen und Institutionen verteilt wurde, beeindruckte durch die Anzahl der Namen, bot aber wenig Raum für politische Reflexion. Zu den diskutierten Themen gehörten "Personalisierung des Lernens", "Effizienzsteigerung von Schulprozessen", "Digitales Tutoring", "Virtual Reality" und "Konversations-KI". Doch das zentrale Thema des gesamten Gipfels ist eindeutig: Die Schule der Zukunft muss sich zu einem Markt und einem zu optimierenden System entwickeln, nicht zu einer zu stärkenden Bildungsgemeinschaft.

Beim Durchblättern des Programms entsteht der Eindruck einer Messe, eines Schaufenstergipfels für die KI-Branche, nicht etwa einer öffentlichen Bildungsveranstaltung. Google, Amazon Web Services, Adobe, DXC Technology, Campustore, Giunti, Zanichelli, Lutech, Hevolus, STEMBLOCKS: Dutzende von Unternehmen, große wie kleine, präsentieren "innovative Lösungen" für jeden Aspekt des Schulökosystems.

Schulen werden zu Orten privater Experimente, in denen KI als Werkzeug dient, um proprietäre Plattformen, immersive Umgebungen, Trackingsysteme und "intelligente" Tools zur Überwachung von Schülern, Lehrern und Verwaltungsprozessen einzuführen.

Von Datenschutz, digitalen Rechten, technologischer Souveränität, Wartungskosten, dem Risiko der Abhängigkeit von ausländischen Anbietern oder dem schieren Datenvolumen, das von diesen Lösungen gesammelt und verarbeitet wird, ist jedoch keine Rede. Der einzige Beitrag zum Thema Datenschutz war ein kurzer Auftritt der italienischen Datenschutzbehörde, eingezwängt zwischen den Podiumsdiskussionen: der Feigenblatt, das nötig war, um die Veranstaltung als "verantwortungsvoll" zu zertifizieren.

Der Gipfel kreiste um die Heilsversprechen der KI und das allgegenwärtige Mantra: KI werde Schulen verbessern, Lernen personalisieren, Abläufe vereinfachen und den Unterricht inklusiver und kreativer gestalten. Diese Erzählung präsentiert Technologie als technische Lösung für politische Probleme: Arbeitsplatzunsicherheit, überfüllte Klassen, Personalmangel, regionale Ungleichheiten, marode Schulgebäude und Bildungsarmut. Alles Probleme, die kein Algorithmus lösen kann. Paradoxerweise findet der Gipfel statt, während es vielen italienischen Schulen an Lehrern, Hausmeistern, Verwaltungsangestellten, angemessenen Klassenzimmern und funktionierenden Internetanschlüssen mangelt. Doch KI wird zum neuen Ablenkungsmanöver: ein Mittel, um von dem abzulenken, was man lieber nicht ansprechen möchte.

Bemerkenswert ist auch, dass die Schüler bei diesem Gipfel keine führende Rolle spielten.

Sie sind zwar im Programm vertreten, aber nur als Delegationen, Statisten und Zuhörer.

Es gibt keine Podiumsdiskussionen, in denen Schüler darüber sprechen, was es wirklich bedeutet, in einer zunehmend digitalisierten, datengetriebenen und plattformvermittelten Schule zu leben. Schule wird nicht mehr als lebendige Gemeinschaft verstanden, sondern auf ein Anwendungsfeld digitaler Innovationen reduziert. Schüler sind keine politischen Subjekte mehr, sondern "Nutzer intelligenter Technologien".

Die zugrundeliegende Botschaft ist klar: Schulen müssen "effizienter", "datengetrieben" und mehr wie Unternehmen werden. Künstliche Intelligenz (KI) wird nicht als entscheidendes Werkzeug, sondern als Managementinfrastruktur eingesetzt, die hilft, zu überwachen, zu vereinfachen, zu optimieren und zu kontrollieren. Es ist die Rede von "KI für die Schulverwaltung", "KI für die Datensicherheit" und "KI für das institutionelle Management". Dies ist die neoliberale Agenda, die das Bildungswesen seit Jahren prägt: die Umwandlung öffentlicher Schulen in messbare, segmentierbare und profilierbare Systeme.

Und doch ist dies sicherlich nicht das, was Schulen brauchen. Die pädagogische Herausforderung der Zukunft besteht nicht darin, Schüler mit digitalen Assistenten oder VR-Brillen auszustatten, sondern in etwas ganz anderem. Es geht darum, die akademische Freiheit zu stärken, in festes Personal zu investieren, regionale Ungleichheiten abzubauen, würdevolle Lernräume und -zeiten zu gewährleisten und kritische und inklusive Gemeinschaften aufzubauen. Technologie kann dabei natürlich helfen. Aber nur, wenn sie nicht zum trojanischen Pferd für die digitale Kolonisierung öffentlicher Schulen wird.

Der NextGen AI Summit erzählt jedoch eine andere Geschichte: die einer Schule, die sich in einen Spielplatz für Unternehmen verwandelt, wo der Staat als politischer Garant fungiert und Bildung zur Marktchance wird. Eine Geschichte, die es verdient, erzählt und kritisiert zu werden, gerade weil Schulen als Gemeingut verteidigt werden sollten.

Totò Caggese

https://umanitanova.org/scuola-e-intelligenza-artificiale-nextgen-ai-cresce-laziendalizzazione-del-settore-educativo/
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe https://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
A-Infos Information Center