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(de) Gerany, Die Platform: Kein Kapitalismus ohne Krieg, kein Frieden ohne Revolution - Aufruf zu Rheinmetall Entwaffnen 2026 (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sun, 13 Sep 2026 09:10:30 +0300
Für den 1. bis 6. September 2026 ruft das Bündnis "Rheinmetall
Entwaffnen" erneut zu einem Camp und Protesten gegen Militarisierung und
Krieg in Köln auf. Wir werden uns daran beteiligen und unsere Positionen
in die Diskussionen und Aktionen tragen. So wollen wir einen Beitrag zum
Aufbau der antimilitaristischen und revolutionären Bewegung in der BRD
leisten. Fahren wir zusammen nach Köln, kommen wir miteinander in die
Diskussion und widersetzen wir uns den Kriegen der Herrschenden!
Das Problem: Der Kapitalismus
Ob Ukraine, Iran, Palästina, Kurdistan, Sudan oder DR Kongo - seit
Jahren nimmt die Zahl bewaffneter Konflikte und mit ihnen das Leid der
betroffenen Bevölkerungen weltweit zu. Außerdem spitzen sich etliche
zwischenstaatliche Konflikte so zu, dass eine offene Konfrontation näher
rückt - im Pazifik, in Kuba, in Südasien. Das ist kein Zufall: Der
globale Kapitalismus, die weltweite Konkurrenz der Nationalstaaten,
befindet sich im Umbruch. Die nach dem Niedergang des Staatssozialismus
gefestigte, globale Vormachtstellung der USA bröckelt. Sie wird
herausgefordert durch den Aufstieg Chinas sowie den Versuch Russlands,
seinen Weltmachtstatus wiederherzustellen. Um ihre Vormacht zu sichern,
setzen die USA zunehmend auf offene Konfrontation - etwa beim Überfall
auf Venezuela, dem Krieg gegen den Iran und der Bedrohung Kubas. Die
europäischen Staaten - organisiert in EU und NATO - stehen dabei meist
noch an der Seite der USA, von deren Weltordnung sie lange profitiert
haben. Aber immer deutlicher werden ihre Bemühungen um eine
eigenständige Weltmachtrolle, wobei die BRD die führende Position in
Europa anstrebt. Diese Verschiebungen nutzen auch regionale Mächte, um
ihren Einfluss auszubauen: Die Türkei versucht sich dem
fortschrittlichen Gesellschaftsprojekt Rojava in Nordostsyrien zu
entledigen, Israel sich der palästinensischen Bevölkerung und seiner
regionalen Widersacher und auf dem afrikanischen Kontinent ringen
verschiedene Kräfte um den Zugang zu begehrten Ressourcen.
Vor diesem Hintergrund rüsten die BRD, die anderen europäischen Staaten
und viele weitere Staaten auf der ganzen Welt, zurzeit massiv auf. Sie
bereiten sich darauf vor, in den aktuellen und kommenden Kriegen ihre
Stellung in der Staatenkonkurrenz zu verteidigen und auszubauen. Die
Kosten dafür tragen wir Lohnabhängigen. Auch die Kürzungen bei
Gesundheitsversorgung, Bildung, Rente, Arbeitslosengeld und vielem mehr
sollen den deutschen Staat international konkurrenzfähiger machen. Doch
Waffen müssen auch bedient werden: Mit viel Werbung und Geld werden
junge Lohnabhängige in die Bundeswehr gelockt. Für alle, die nicht
freiwillig gehen, steht die neue Wehrpflicht unmittelbar bevor.
Begleitet wird die Aufrüstung von ideologischer Einstimmung durch
Politik und bürgerliche Medien: Wir sollen uns als Teil einer Nation
begreifen, die um "ihren" Platz in der Welt ringt, uns hinter "unserem"
Staat versammeln und für den nationalen Erfolg den Gürtel enger
schnallen. Es sind diese Erzählungen, die den Aufstieg der extremen
Rechten begünstigen und die binäre und sexistische Geschlechternormen
festigen.
In Wahrheit haben wir Lohnabhängigen in diesen Kriegen nichts zu
gewinnen. Es sind nicht unsere Interessen, die da verteidigt werden,
sondern die des Staates und des nationalen Kapitals. Im Gegenteil haben
wir alles zu verlieren: Unsere Leben, unsere Lieben, unsere Heimat. Und
Teil der Wahrheit ist auch: Mit diesem Umbruch wächst zwar die Zahl der
Kriege, doch grundsätzlich kommt der Kapitalismus nie ohne Krieg aus.
Solange Nationalstaaten um ihren Platz in der globalen Konkurrenz
ringen, werden sie sich immer wieder auch offen bekämpfen.
Die Perspektive: Der freiheitliche Kommunismus
Viele der üblichen Vorschläge für Frieden laufen daher ins Leere:
Diplomatie ist nicht das Gegenteil von Krieg, sondern nur eine andere
Variante, wie Staaten ihre Interessen durchsetzen. Kriegstreiber:innen
in politischen Ämtern sind nicht unvernünftig, sie handeln rational im
Sinne ihres Staates. Auch das Projekt einer unabhängigen europäischen
Weltmacht ist kein friedliches Gegengewicht zu den USA, sondern der
Versuch, eigene Interessen mit eigener Gewalt durchzusetzen - und eine
multipolare Weltordnung "zähmt" nicht die USA, sondern entfesselt neue
Kriege. Ein Frieden, der nur die Abwesenheit von Krieg bedeutet und bei
dem Staatenkonkurrenz samt Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung
bestehen bleibt, ist nicht die Lösung.
Ein Zusammenleben aller Menschen weltweit ohne all das ist möglich -
eine Gesellschaft, in der alle gut und ohne Angst vor Gewalt leben
können. Doch ihre Voraussetzung ist, dass wir den Kapitalismus, das
System der Staatenkonkurrenz, überwinden. Wir kämpfen für eine
Gesellschaft, in der wir gemeinsam darüber bestimmen wie Produktion,
Reproduktion und unser Zusammenleben aussehen. Weltweit. Ohne Staaten,
ohne Kapitalist:innen. Das nennen wir freiheitlicher Kommunismus.
Der Ausweg: Gegenmacht aufbauen für die soziale Revolution
Um Aufrüstung und Krieg zu stoppen, um den Kapitalismus zu überwinden,
braucht es eine internationale soziale Revolution, welche die Herrschaft
von Staat und Kapital weltweit bricht. Eine solche Revolution fällt aber
nicht vom Himmel - wir müssen ihr den Weg bereiten, indem wir im Hier
und Jetzt unsere Macht von unten aufbauen. Zentrale Ausgangspunkte dafür
sind die Orte des Alltags, an denen wir die Militarisierung unmittelbar
spüren: Im Stadtteil, wo Verarmung zunimmt und für die Bundeswehr
geworben wird; an Schulen und Unis, wo den bald Wehrpflichtigen erzählt
wird, der Staat vertrete ihre Interessen; im Betrieb, wo Personal
gekürzt oder auf Rüstung umgestellt wird. Hier müssen wir Kämpfe und
Organisierung vorantreiben - etwa in Stadtteilorganisationen,
Schüler:innen- und Studierendenkomitees sowie Gewerkschaften - und tun
dies bereits in Ansätzen in verschiedenen Städten.
Unterstützen müssen wir auch solche Bewegungen, in denen sich
Lohnabhängige gegen einzelne Kriege zusammenfinden, sei es in
Solidarität mit der palästinensischen, kurdischen oder anderen
Bevölkerungen. Sie können dabei helfen, internationale Solidarität zu
üben und den mörderischen Charakter dieses Systems öffentlich zu entlarven.
Zudem braucht es eine spezifisch antimilitaristische Bewegung - als Raum
für Analyse- und Strategie-Diskussionen und als Werkzeug, um
Antikriegspositionen sichtbarer zu machen. Wir verstehen "Rheinmetall
Entwaffnen" als wichtigen Treffpunkt einer solchen Bewegung und nehmen
deshalb an Camp und Protesten teil.
In all diesen Kämpfen ist es notwendig, kontinuierlich über die
systemischen Ursachen von Militarisierung und Krieg aufzuklären. Nur
wenn dieses Bewusstsein in der lohnabhängigen Klasse verankert wird,
lässt sich der Kriegstreiberei von oben etwas entgegensetzen.
Zuletzt ist gerade auch in der antimilitaristischen Frage die
internationale Verknüpfung all unserer Bemühungen essentiell. Wir müssen
Kontakte zu Basisorganisierungen und Bewegungen in anderen Ländern
aufbauen und voneinander lernen. Der Hauptfeind steht im eigenen Land,
unsere Verbündeten in jedem Land der Welt.
IN STADTTEIL, BILDUNG UND BETRIEB: GEGENMACHT VON UNTEN AUFBAUEN!
Kommt mit uns in Kontakt, ins Gespräch und auf die Straße!
1. bis 6. September: Pavillon auf dem Camp, Teil der "Sozialen
Kampfbaustelle"
3. September: Offenes Kennenlernen & Bannermalen ab 20 Uhr beim Pavillon
5. September: Beteiligung an der Abschlussdemonstration
https://www.dieplattform.org/2026/08/14/kein-kapitalismus-ohne-krieg-kein-frieden-ohne-revolution-rme-2026/#more-4177
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