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(de) Italy, Sicilia Libertaria #469 - Künstliche Intelligenz, soziale Kontrolle und algorithmische Kriegsführung - Das digitale Panoptikum (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Fri, 14 Aug 2026 07:17:29 +0300


1942 formulierte der Autor Isaac Asimov in seinen Romanen und Kurzgeschichten über Roboter die Drei Gesetze der Robotik: einen Ethikkodex, der sicherstellen sollte, dass von Menschen programmierte Maschinen ihnen niemals schaden können. Das erste Gesetz war unabdingbar: "Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem Menschen Schaden zugefügt wird." Jahrzehnte später präsentierte Hollywood dem jugendlichen Publikum mit der Terminator: Skynet-Filmreihe die perfekte Antithese zu diesem Ideal: eine selbstbewusste militärische künstliche Intelligenz, die beschließt, die Menschheit auszulöschen. Heute bewegt sich die Realität der digitalen Kriegsführung in einem gefährlichen Graubereich. Wir sprechen nicht mehr von rotäugigen humanoiden Robotern, die durch zerstörte Städte marschieren, sondern von unsichtbaren Algorithmen, automatisierten Cyberangriffen und autonomen Waffensystemen. Künstliche Intelligenz (KI) hat das Schlachtfeld betreten, sowohl das virtuelle als auch das physische, und damit Asimovs romantische Gesetze völlig zunichtegemacht. Sie führt uns immer näher an die kalte Berechnung von Skynet heran, das stets im Dienste der bürokratischen Staatsstruktur steht, welche ihren Einsatz legitimiert und steuert. Die Geschichte der Militärtechnologie ist letztlich die Geschichte der Ausweitung von Mechanismen sozialer und staatlicher Kontrolle. Daher stellen die heutigen Algorithmen keinen Bruch mit der Vergangenheit dar, sondern vielmehr die raffinierteste und gefährlichste Phase institutionalisierter Bürokratie.

Dieser Übergang von konventioneller zu digitaler Kriegsführung basiert auf einer gefährlichen Entmenschlichung der Gewalt. Die Existenz einer Gemeinschaft oder eines Individuums wird zu einem simplen "Muster verdächtigen Verhaltens" degradiert, das von Software erkannt und vom Staat ohne die moralische Belastung eines Attentats ausgelöscht werden kann. Konzipiert von den Herrschaftsstrukturen hegemonialer Staaten, erbt und automatisiert Künstliche Intelligenz deren Vorurteile und strukturelle Gewalt. In diesem Sinne besteht die aktuelle Gefahr nicht darin, dass Maschinen selbstständig denken, sondern dass die Menschheit sich einer undurchsichtigen algorithmischen Logik unterwirft, in der Verantwortung hinter dem Bildschirm verschwindet, weil das System - gemäß den neuen Machtdogmen - keine Fehler macht. Genau in diesem Ökosystem bürokratischer Kontrolle ist das Aufkommen von Konzernen wie Palantir Technologies nachvollziehbar. Palantir wurde 2004 mit Startkapital der CIA gegründet und hatte nicht das Ziel, physische Waffen herzustellen, sondern nach den Anschlägen vom 11. September ein globales digitales Überwachungssystem zu entwickeln. Schon der Name des Unternehmens, abgeleitet von den Sehersteinen aus Tolkiens Mythologie, dem Helden der einheimischen Faschisten, die Fernbeobachtung ermöglichten, offenbart sein wahres Ziel: das absolute Panoptikum. Indem das Unternehmen Datenbanken mit Strafregistern, Finanzdaten, Telefonkommunikation und Satellitenbildern in einer einzigen Benutzeroberfläche vereinte, demonstrierte es dem Staat, dass sich das Chaos der sozialen Welt ordnen, kategorisieren und für Militär und Polizei vorhersagbar machen lässt.

Diese Partnerschaft zwischen privatem Kapital und staatlicher Macht hat mit der Entwicklung von Projekten wie Maven, einem System, in dem Palantirs Software Tausende Stunden Drohnenaufnahmen sammelt, um Ziele automatisch zu identifizieren und sogar über deren Eliminierung zu entscheiden, ihren Höhepunkt erreicht. Durch die Einführung von Plattformen wie seinem neuesten KI-System für die Verteidigung überträgt der Konzern seine algorithmischen Sprachmodelle, die enorme Datenmengen analysieren können, direkt in militärische Hauptquartiere. So können Kommandeure das System in natürlicher Sprache abfragen, woraufhin ein Algorithmus Angriffsoptionen entwickelt. Was als Werkzeug zur Geheimdienstanalyse in Regierungsbehörden begann, ist zur eigentlichen Triebkraft der Tötung in modernen Konflikten geworden, von der Ukraine bis zum Nahen Osten. Palantir steht für die Privatisierung staatlicher Überwachung, ein Vermittler, der von institutioneller Gewalt profitiert und Software entwickelt, die auf die Effizienz der Vernichtung optimiert ist. Diese Software kontrolliert Palantir und ermöglicht die Entscheidungsfindung, wodurch letztlich die eigenen Auftraggeber entmachtet werden. Die Entwickler von Palantir beschränkten sich nicht auf die Rolle von "Technikern", sondern entwickelten auch ein ideologisches Narrativ, das die Exzesse des Konzerns legitimiert und sie als unvermeidliches historisches Schicksal tarnt. Diese philosophische Begründung legte der CEO, Alex Karp, in seinem Manifest dar, das auf dem Buch "Die technologische Republik: Wie das Bündnis mit dem Silicon Valley die Zukunft des Westens prägen wird" basiert. Das 2025 in Italien erschienene Buch löste international große Besorgnis aus. Karp nimmt damit eine doktrinäre Rolle ein und formuliert einen Dekalog, den Kritiker als schamlosen "Technofaschismus" bezeichnen. Seine zentrale These ist ebenso direkt wie beunruhigend: Das Überleben des Westens hängt nicht länger von demokratischem Konsens oder Diplomatie ab, sondern von "softwarebasierter Macht". Es ist dasselbe Argument, mit dem der Staat historisch seine schlimmsten totalitären Exzesse rechtfertigte: automatisierte Gewalt als unvermeidliche Selbstverteidigung gegen "Andere" - barbarische und wilde Feinde.

Eine libertäre Lesart legt nahe, dass dieses Manifest nichts weiter als die nachträgliche Rechtfertigung eines Konzerns ist, der seinen Reichtum und seine Macht direkt aus institutioneller Gewalt bezieht. Darin wird verkündet, dass "manche Kulturen anderen unterlegen sind" und dass Software die zivilisatorische Ordnung durchsetzen muss. So werden die überheblichen Vorurteile digital in Codezeilen kodiert, die dann darüber entscheiden, wer als legitimes Ziel gilt. Tatsächlich sind dies Prozesse, die wir bereits beobachtet und analysiert haben, da der Staat letztlich nur ein Gefäß faktischer Macht darstellt. Der neue Aspekt, der mir wenig Beachtung zu schenken scheint, ist, dass das "Instrument" - Marx würde es den Automaten nennen - immer mehr Autonomie erlangt und es nicht mehr lange dauern wird, bis es schließlich selbstständig entscheidet (Asimov hatte dies bereits vorhergesagt).

Angesichts der unkontrollierten Expansion dieses militärisch-technologischen Komplexes der USA und Chinas haben die institutionellen Reaktionen anderer geopolitischer Blöcke eine alarmierende Fragilität gezeigt, wie beispielsweise im Fall der Europäischen Union, die in ihrem Rechtsrahmen die militärische Nutzung von KI ausdrücklich ausgeschlossen hat. Offensichtlich lässt sich das ethische Problem nicht länger mit kosmetischen Gesetzen oder den heuchlerischen Ausnahmen der EU-Verordnungen lösen. Die heutige Militärtechnologie hat sich zum entscheidenden Mechanismus der sozialen Kontrolle des Staatsapparats entwickelt: ein Panoptikum, in dem die Grenze zwischen äußerer Sicherheit und innerer Repression vollständig verwischt ist. Wenn wir zulassen, dass bürokratische Macht und privates Kapital automatisch darüber entscheiden, wer ein legitimes Ziel ist, sind wir endgültig gescheitert. Der Widerstand gegen diese kriegerische Technokratie erfordert die Entmystifizierung der vermeintlichen Neutralität der Wissenschaft und das Verständnis, dass der Kampf für Freiheit heute auch darin besteht, jene digitale Infrastruktur in Frage zu stellen, die vorgibt, uns aus dem Verborgenen heraus zu regieren und zu kategorisieren.

Emanuele Amodio

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