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(de) Italy, FAI, Umanita Nova #16-26 - Poste Italiane: Intransparente Kommunikation. Apps, Plattformen und Kontrolle - außer "Sicherheit" (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Wed, 17 Jun 2026 08:14:13 +0300


Die italienische Datenschutzbehörde (Garante per la protezione dei dati personali) hat Poste Italiane und Postepay mit einer Geldstrafe von über 12 Millionen Euro belegt. Der Grund ist einfach: Um die Apps von BancoPosta und Postepay nutzen zu können, wurden Millionen von Nutzern faktisch gezwungen, die Überwachung ihrer Geräte, einschließlich installierter und laufender Anwendungen, zu autorisieren. Dies ist keine rein technische Angelegenheit, sondern eine politische Entscheidung.

Laut der Behörde waren diese Methoden übertrieben und für die Sicherheit des Betriebs nicht unbedingt notwendig. Anders ausgedrückt: Der Dienst hätte auch ohne dieses Ausmaß an Eingriffen geschützt werden können. Dennoch wurde die Entscheidung getroffen.

An diesem Punkt geht es nicht mehr nur um einen Datenschutzverstoß, sondern um etwas anderes. Kein Fehler, sondern ein Beispiel, denn es handelt sich nicht um irgendein Unternehmen. Poste Italiane ist zwar ein börsennotiertes Unternehmen, aber über 60 % seines Kapitals stehen unter direkter oder indirekter staatlicher Kontrolle. Gleichzeitig erwirtschaftet das Unternehmen Rekordgewinne: über 2 Milliarden Euro im Jahr 2025, steigende Umsätze und Dividenden sowie noch vielversprechendere Aussichten für 2026.

Es handelt sich nicht um eine technische Notwendigkeit, sondern um eine bewusste Entscheidung. Und es geht um ein solides, profitables und zentrales, staatlich kontrolliertes Unternehmen.

Die neue Programmvereinbarung 2026-2031 zwischen dem italienischen Wirtschaftsministerium und der Initiative "Made in Italy" sowie der italienischen Post (Poste Italiane) gibt die Richtung vor: Die Post ist nicht länger nur ein universeller Postdienstleister, sondern eine integrierte Plattform für Logistik-, Finanz-, Digital- und Verwaltungsdienstleistungen. Mit dem Projekt "Polis" werden Postämter zu Zweigstellen der öffentlichen Verwaltung. Es geht nicht mehr nur um die Verteilung von Dienstleistungen, sondern um die Bündelung von Funktionen: eine einzige Einheit, die die wichtigsten Dienstleistungen verwaltet, die Beziehung zur öffentlichen Verwaltung pflegt, am Markt agiert und eigene digitale Plattformen entwickelt. Das Telefon wird zum Zugangspunkt, und der Zugang wird zur Voraussetzung. Um die wichtigsten Dienstleistungen nutzen zu können, genügt es nicht mehr, sich an formale Regeln zu halten; Sie müssen Geräte, Anwendungen und Berechtigungen akzeptieren, die Ihre digitalen Gewohnheiten transparent machen.

Die Folge ist eine zunehmende Machtkonzentration, nicht nur in der Verwaltung von Diensten, sondern auch in der Fähigkeit, Verhalten zu beobachten, aufzuzeichnen und zu analysieren.

Millionen von Menschen nutzen täglich Tools, die sie eigentlich nicht kennen. Anwendungen, die oft intransparente Berechtigungen anfordern, Informationen sammeln und Aktivitäten verfolgen. Nicht unbedingt zur direkten und kontinuierlichen Kontrolle, sondern um die Möglichkeit der Kontrolle zu schaffen.

Unsere Daten werden täglich, in jedem Moment gesammelt. Sie treiben Dienste, Systeme und Geschäftsmodelle an und generieren Gewinne für deren Nutzer. Das ist kein Nebeneffekt, sondern Teil der Realität.

Diese Entwicklung ist nicht neutral. Sie schafft neue Ungleichheiten: zwischen denen, die digitale Tools beherrschen, und denen, die marginalisiert bleiben; zwischen denen mit den nötigen Fähigkeiten, der Zeit und dem Zugang und denen ohne diese; zwischen denen, die diese Tools kontrollieren können, und denen, die gezwungen sind, sie zu akzeptieren.

Technologie, die Vereinfachung verspricht, führt letztlich zu Selektion, Ausgrenzung und Hierarchisierung bis hin zu offensichtlichen Fehlfunktionen: Behörden verschicken Einschreiben, um Bürger darüber zu informieren, dass Bußgelder per Smartphone eingesehen und bezahlt werden können.

Was tun? Das Handy nicht mehr benutzen? Es bei Demonstrationen zu Hause lassen? Technologie ablehnen?

Diese Fragen tauchen immer wieder auf, doch sie bergen die Gefahr, das Problem auf das individuelle Verhalten abzuwälzen, als läge die Lösung darin, es zu vermeiden.

Der Kern der Sache liegt woanders.

Ist es möglich, eine Welt zu schaffen, in der Technologie nicht dominiert? Eine Welt, in der der Zugang zu Dienstleistungen nicht Überwachung bedeutet und Innovation nicht mit der Ausweitung von Kontrolle einhergeht?

Hier wird das Spiel gespielt.

Totò Caggese

https://umanitanova.org/poste-italiane-la-comunicazione-opaca-app-piattaforme-e-controllo-la-sicurezza-escludente/
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