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(de) France, UCL AL #366 - Kultur - Lektüre: Sarah Dindo, "Zwischen Gefängnis und Land: Eine Alternative zum Gefängnis" (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Thu, 22 Jan 2026 07:14:19 +0200
In "Zwischen Gefängnis und Land" öffnet Sarah Dindo die Türen von Emmaüs
Lespinassière, einem Bauernhof, der sich der Wiedereingliederung von
Häftlingen kurz vor ihrer Entlassung widmet. Von der Entstehung des
Projekts bis hin zu den sich bietenden Möglichkeiten erzählt das Buch
dieses menschliche Abenteuer aus der Perspektive der wichtigsten
Beteiligten. Es enthält außerdem Reflexionen über Alternativen zum
Gefängnis, Lebensgeschichten der auf dem Bauernhof lebenden Häftlinge
sowie eine Analyse der Herausforderungen und der gefundenen Lösungen.
Im Prolog kritisiert die Autorin die "neo-foucaultsche" Position, die
behauptet, Bewährung als Alternative zum Gefängnis sei niemals ein
Fortschritt. In einem Vortrag, den Michel Foucault 1976 in Montreal
hielt und der später unter dem Titel "Alternativen zum Gefängnis"
(Divergences, 2020) veröffentlicht wurde, zeigt der Philosoph, dass
bestehende Alternativen lediglich die Mechanismen und Funktionen des
Gefängnisses außerhalb seiner Mauern reproduzieren.
Aus dieser Perspektive stellt Emmaüs Lespinassière einen ernsthaften
Versuch dar, sich vom üblichen Gefängnismodell zu lösen. Dort weigert
sich das Projektpersonal, das täglich mit den Insassen in Kontakt steht,
so weit wie möglich, bestimmte Gefängnisrollen zu übernehmen:
Überwachung und Kontrolle. Im Dreiklang aus Selbstbestrafung, Familie
und Arbeit, der die Essenz der von Foucault beschriebenen "Alternativen"
bildet, wird in Emmaüs Lespinassière keines der Prinzipien wirklich
geachtet.
Natürlich gibt es von der Gefängnisleitung verhängte Verbote und eine
Ausgangssperre, die selbstbestrafend wirken und die Wiedereingliederung
der Insassen behindern. Diese willkürlichen Regeln werden jedoch von den
Emmaus-Mitarbeitern hinterfragt und angefochten. Sie bemühen sich
sicherzustellen, dass jede auf dem Bauernhof geltende Regel für die
Insassen verständlich und nachvollziehbar ist. Sie fechten diese Verbote
bei der Gefängnisleitung an und erreichen mitunter deren Lockerung. Für
Foucault fungiert die Familie in den von ihm beschriebenen Alternativen
zum Gefängnis als Korrektiv. Auf den Emmaus-Höfen, die Insassen
beherbergen, übernehmen die Mitarbeiter und Freiwilligen - die sich
somit freiwillig engagieren - diese Rolle des Korrektivs, nicht die
Familien der Insassen. Andererseits erzeugt die enge Beziehung der
Mitarbeiter zu den Insassen und die Meldepflicht gegenüber der
Gefängnisleitung eine Spannung, die eine der größten Schwierigkeiten für
die Einrichtung bei der angemessenen Betreuung der Insassen darstellt.
Letztlich dient die Landwirtschaft lediglich als Vorwand, um die
verschiedenen Schwierigkeiten anzugehen, die ihre Wiedereingliederung
nach der Haftentlassung behindern würden.
Neben der Unterstützung einiger Häftlinge (etwa zehn pro Hof) bei der
Vorbereitung auf ihre Haftentlassung sollen die von Emmaüs
durchgeführten Experimente konkret zeigen, dass eine fortschrittliche
Alternative zum Strafvollzugssystem möglich ist.
Julien (Freund von AL)
Sarah Dindo, Zwischen Gefängnis und Land: Eine Alternative zum Gefängnis
schaffen, Éditions du Commun, 2023, 302 Seiten, 15 EUR
https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Lire-Sarah-Dindo-Entre-taule-et-terre-Construire-une-alternative-a-la-prison
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- Prev by Date:
(tr) France, UCL AL #366 - Siyaset - Strasbourg: "Yardımlı Ölüm"e Karşı Engelli Karşıtı Eleştirilerin Yükselmesi (ca, de, en, fr, it, pt)[makine çevirisi]
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(ca) Italy, FAI, Umanita Nova #36-25 - El Telón Rasgado. Carrara - Teatro Politeama: Saqueo Público para Uso Privado (de, en, it, pt, tr)[Traducción automática]
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