|
A - I n f o s
|
|
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists
**
News in all languages
Last 40 posts (Homepage)
Last two
weeks' posts
Our
archives of old posts
The last 100 posts, according
to language
Greek_
中文 Chinese_
Castellano_
Catalan_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
_The.Supplement
The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Castellano_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
First few lines of all posts of last 24 hours |
of past 30 days |
of 2002 |
of 2003 |
of 2004 |
of 2005 |
of 2006 |
of 2007 |
of 2008 |
of 2009 |
of 2010 |
of 2011 |
of 2012 |
of 2013 |
of 2014 |
of 2015 |
of 2016 |
of 2017 |
of 2018 |
of 2019 |
of 2020 |
of 2021 |
of 2022 |
of 2023 |
of 2024 |
of 2025 |
of 2026
Syndication Of A-Infos - including
RDF - How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups
(de) Italy, FAI, Umanita Nova #36-25 - Der Panettone-Bericht. Censis: Zu Weihnachten sind wir alle weniger arm. (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Mon, 19 Jan 2026 07:16:39 +0200
Jedes Jahr um diese Zeit bietet uns die Unterhaltungsindustrie Filme im
Panettone-Stil, die Konsumgesellschaft schmückt den Weihnachtsbaum, das
Christentum vermehrt lebende Krippen. Und pünktlich wie ein säkulares
Ritual erscheint der Censis-Bericht: die große Momentaufnahme Italiens.
Eine Momentaufnahme, die neutral erscheint, aber vor allem den Blick
ihres Schöpfers widerspiegelt. Die Menschen werden zu Objekten
degradiert, die beobachtet werden; Konflikte verwandeln sich in
"Unwohlsein", Armut in "Fieber der Mittelschicht". Doch die Zahlen
sprechen eine andere Sprache: ein verarmtes, ausgebeutetes, prekäre
Land, das von Tag zu Tag lebt, weil ihm die Zukunft geraubt wurde.
Erzählung ersetzt Analyse.
Die Censis-Prosa - "wildes Zeitalter", "Barbaren", "Grand Hotel Abyss" -
dient nicht dem Verständnis, sondern der Neutralisierung.
Wirtschaftliche Prozesse werden zu Geisteszuständen; politische
Entscheidungen zu psychologischen Fatalismen. Deindustrialisierung? "Der
Herbst der Industrie". Prekarität? "Instabilität." Stagnierende Löhne?
"Not." Wachsende Armut? Fehlanzeige. Ein Vokabular, das alles
entpolitisiert: kein Kapital, keine Ausbeutung, keine politische
Verantwortung. Nur Wahrnehmungen. Warum spricht Censis von der
Mittelschicht und nicht von Armut? Die zentrale Kategorie des Berichts
ist stets dieselbe: die Mittelschicht. Nicht zufällig. Die Mittelschicht
ist das Publikum der Eliten: die Pufferzone, die soziale Stabilität
garantiert. Armut hingegen würde uns zwingen, über jahrzehntelang
stagnierende Löhne, strukturelle Prekarität, den Abbau des Sozialstaats,
ungestrafte Steuerhinterziehung und konzentrierten Privatreichtum zu
sprechen. Lieber die soziale Frage in kollektive Angst verwandeln.
Lieber von "wahrgenommenem Niedergang" sprechen als von tatsächlich
entstandener Ungleichheit.
Die "Große Verschuldung": Sparmaßnahmen als Notwendigkeit getarnt
Censis präsentiert das Wachstum der Staatsverschuldung als natürliche
Folge, die den Abbau von Sozialleistungen erfordert. Die implizite
Botschaft ist klar: Der Staat kann es sich nicht mehr leisten, soziale
Rechte zu garantieren. Doch der Bericht schweigt zu jenen, die jahrelang
von einer laschen Steuerpolitik profitiert haben, zu jenen, die
Steuerhinterziehung fördern, und zu jenen, die von der Privatisierung
von Dienstleistungen profitiert haben. Die Schuldenzinsen wiegen
schwerer als die Ausgaben für Krankenhäuser und Schulen - das stimmt.
Doch der Bericht fragt nicht, warum die einfachen Bürger und nicht die
Reichen sie tragen sollen. Die "große Verschuldung" wird so zur
eleganten Umschreibung für dauerhafte Sparmaßnahmen.
Militarismus als verzerrte Krisenreaktion
Der Censis-Bericht erkennt eine entscheidende Tatsache an: Während das
verarbeitende Gewerbe schrumpft, wächst die Rüstungsindustrie um 32 %.
Sie ist der einzige Wachstumssektor.
Die neue Industriepolitik des Landes spricht daher nicht mehr von
Innovation, Bildung, Forschung und Fachkräften. Sie spricht von
Aufrüstung. Italien strebt Militärausgaben in Höhe von 2 % des BIP an,
während die Finanzierung von Gesundheitswesen, Verkehr und öffentlichem
Wohnungsbau als "nicht tragbar" gilt. Dies ist kein unbedeutendes
Detail: Es ist die Transformation des Wohlfahrtsstaates in einen
bewaffneten Staat.
Militarismus begegnet der Krise nicht, sondern verschärft sie, indem er
Ressourcen von Rechten auf Waffen und von den Bedürfnissen der
Bevölkerung auf geopolitische Logik umlenkt.
Fazit
Jedes Jahr im Dezember liefert Censis sein Bild von Italien. Eine
Momentaufnahme, die zur Anpassung aufruft, nicht zum Wandel; zur
Resignation, nicht zum Kampf. Doch hinter der Rhetorik der "besorgten
Mittelschicht" verbirgt sich ein verarmtes Land. Hinter dem
"barbarischen Zeitalter" verbirgt sich ein Wirtschaftsmodell, das nicht
funktioniert. Hinter der "großen Verschuldung" verbirgt sich
Sparpolitik. Hinter dem "Wettrüsten" verbirgt sich der Verlust des
Sozialstaats. Unsere Aufgabe ist es, dieses Denkmuster aufzubrechen, dem
Konflikt wieder Worte zu geben, die Verantwortlichen zu benennen und den
Kampf derer zu stärken, die diese Krise am eigenen Leib erfahren. Denn
nicht Italien ist barbarisch, sondern der Kapitalismus, der es regiert.
Und kein Jahresbericht kann die Geschichte des kollektiven, alltäglichen
Widerstands erzählen.
Totò Caggese
https://umanitanova.org/il-rapporto-panettone-censis-a-natale-siamo-tutti-meno-poveri/
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe https://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
- Prev by Date:
(ca) Bulgaria, FA: El mal menor (de, en, it, pt, tr)[Traducción automática]
- Next by Date:
(ca) France, UCL AL #366 - Política - Estrasburgo: Críticas a la "muerte asistida" por parte de organizaciones antidiscapacidad (en, fr, it, pt, tr)[Traducción automática]
A-Infos Information Center