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(de) Polizeiübergriffe auf 1. Mai-Veranstaltungen in Schweden

From i-afd_1@anarch.free.de (I-AFD/IFA Bremen - A-Infos.de)
Date 16 May 1998 18:24:00 +0200
Organization I-AFD/IFA Gruppe Verden


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            http://www.ainfos.ca/
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Aus aktuellem Anlass (Bericht über die Festnahme einer libertären  
Journalistin zum 1. Mai in Schweden) haben wir die beiden folgenden  
älteren Nachrichten (vom 03. und 04. Mai) aus dem englischen Original  
übersetzt. A-Infos Kollektiv in deutschland <i-afd_1@anarch.free.de>

--------------------------------------------------------------- 04.05.1998

*POLIZEIANGRIFF AUF 1. MAI-DEMONSTRATION IN MALMÖ, SCHWEDEN*

Die anarchistisch-autonome Demonstration im südschwedischen Malmö am
Freitag, den 1. Mai 1998 wurde von Sondereinheiten der Polizei
angegriffen.

137 AktivistInnen wurden festgenommen, 16 davon werden noch immer
festgehalten [Anm. d. Ue.: sie sind inzwischen freigelassen worden]. Ihnen
wird vorgeworfen, sich an Unruhen beteiligt zu haben, einer soll außerdem
einen berittenen Polizisten mit einem Pflasterstein ins Gesicht getroffen
haben.

Parolen auf der Demonstration waren unter anderem "Gegen die Festung
Europa und das Schengener Abkommen" und "Gegen die Polizei, Beschützer der
Reichen". Die Demonstration wurde kurz nachdem sie losgegangen war von
mehreren Reihen Sondereinheiten der Polizei aufgehalten, die eine
gespannte Atmosphäre schufen. Eine Person, die später als Polizist in
Zivilkleidung identifiziert werden konnte, warf eine Flasche in Richtung
der Polizeireihen und gab so das Signal für ein unerwartetes Vorstürmen
der Berittenen, dem ein brutaler Schlagstockangriff folgte.

Die DemonstrantInnen verteidigten sich so gut sie konnten mit Steinen und
Feuerwerkskörpern, wurden aber bald von den besser bewaffneten
Polizeikräften überwältigt. Ein Polizist wurde fotographiert, der im
Gesicht stark blutete.

TeilnehmerInnen, die einer Festnahme entgehen konnten, BeobachterInnen und
die lokale Bevölkerung der 300 000-EinwohnerInnenstadt unterstuetzten die
DemonstrantInnen udn die Festgenommenen. Bilder des brutalen Angriffs der
Malmöer Polizei auf die friedliche Anti-Pornographiedemonstration vor
weniger als zwei Monaten waren dem meisten noch gut im Gedächtnis. Die
Medien hingegen übernahmen in ihrer Berichterstattung blind die
polizeiliches Phantasieversion der Ereignisse.

In der Vergangenheit verliefen die 1. Mai-Feierlichkeiten in Schweden
stets ohne Zwischenfälle. In diesem Jahr unternahm die schwedische Polizei
mit Unterstuetzung des kuerzlich ratifizierten Schengener Abkommens, durch
Provokationen in Stockholm und diesen Angriff in Malmö erste Schritte zu
ihrer eigenen Variante eines totalitaeren schwedischen Staates.

KEINE GERECHTIGKEIT, KEIN FRIEDEN!

--------------------------------------------------------------- 03.05.1998

*POLIZEIBELAESTIGUNG AM 1. MAI IN STOCKHOLM*

Die Polizei und das Nachrichtenbüro TT verübten einen Angriff auf die
traditionellen Maifeierlichkeiten der libertären Linken in Stockholm. Eine
150 Personen starke Sondereinheit griff das traditionelle Heringsessen im
Anarcho-Punk Café "Kafé 44" im traditionellen ArbeiterInnenviertel
Södermalm an. Die Polizei räumte das Café und durchsuchte alle Personen,
die sich dort versammelt hatten, um den 1. Mai zu feiern, zu essen und zu
trinken. Die Polizei und TT verbreiteten das Gerücht, die Aktion sei
aufgrund eines anonymen Hinweises durchgeführt worden, dem zufolge sich
Sprengstoff in den Räumlichkeiten befände. Der notorisch lügende Sprecher
der Stockholmer Polizei, Claes Cassel, wurde in einer TT
Nachrichtenmeldung mit dem Ausspruch zitiert "Natuerlich nehmen wir an,
daß der Sprengstoff heute verwendet werden sollte". Von welchem
Sprengstoff spricht er eigentlich? Was in der TT-Meldung nämlich nicht
erwähnt wurde, war, dass kein Sprengstoff  gefunden wurde. Die gesamte
Episode war nichts anderes als eine bewußte Belästigung der libertären
Linken in Stockholm durch die Polizei. Das "Kafé 44" während der
traditionellen 1. Mai-Feierlichkeiten komplett zu räumen ist eine
Provokation der extremsten Art. Darüberhinaus ist es interessant zu
beobachten, daß es der Polizei gelingt, aus Gerüchten über ein angebliches
Sprengstofflager in Räumlichkeiten, in denen sich libertäre SozialistInnen
versammeln, eine Nachrichtensensation zu machen. TTs Fähigkeit zu
kritischem Denken scheint - wie üblich - nicht existent gewesen zu sein.



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