|
A - I n f o s
|
|
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists
**
News in all languages
Last 40 posts (Homepage)
Last two
weeks' posts
Our
archives of old posts
The last 100 posts, according
to language
Greek_
中文 Chinese_
Castellano_
Catalan_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
_The.Supplement
The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Castellano_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
First few lines of all posts of last 24 hours |
of past 30 days |
of 2002 |
of 2003 |
of 2004 |
of 2005 |
of 2006 |
of 2007 |
of 2008 |
of 2009 |
of 2010 |
of 2011 |
of 2012 |
of 2013 |
of 2014 |
of 2015 |
of 2016 |
of 2017 |
of 2018 |
of 2019 |
of 2020 |
of 2021 |
of 2022 |
of 2023 |
of 2024 |
of 2025 |
of 2026
Syndication Of A-Infos - including
RDF - How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups
(de) Italy, FDCA, Cantiere #45 - Porto Alegre und der mögliche Internationalismus: Licht, Schatten und Widersprüche der Antifaschistischen Konferenz - Totò Caggese (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sun, 26 Jul 2026 07:59:17 +0300
Die erste Internationale Antifaschistische und Antiimperialistische
Konferenz fand vom 26. bis 29. März 2026 in Porto Alegre statt. Sie war
ein ambitionierter Versuch, in einer Zeit der Zersplitterung und Krise
der globalen Linken einen internationalen Raum zu schaffen. Die
Konferenz, die von einem breiten Spektrum politischer, sozialer und
gewerkschaftlicher Organisationen - darunter Teile der PSOL, PT, PCdoB
und der Bewegung "Sem Terra" - initiiert wurde, brachte Delegationen aus
über vierzig Ländern zusammen. Erklärtes Ziel war die Schaffung eines
Raums für internationale Koordination gegen den Vormarsch der radikalen
Rechten, die Rückkehr des Krieges und die Transformationen des globalen
Kapitalismus. Die Initiative umfasste Plenarsitzungen, Versammlungen und
zahlreiche selbstorganisierte Panels und stieß auf rege Beteiligung von
Aktivist*innen, Arbeiter*innen und Jugendlichen.
Es war nicht selbstverständlich, dass ein solcher Raum existieren würde.
Die Internationale Antifaschistische Konferenz markierte einen
bedeutenden politischen Wendepunkt. Delegationen aus über vierzig
Ländern, eine starke Beteiligung junger Menschen und die vielfältige
Präsenz von Bewegungen, Gewerkschaften und politischen Organisationen
vermittelten die Idee, dass ein internationaler Raum noch immer möglich war.
In einem Kontext, der vom weltweiten Vormarsch der radikalen Rechten,
sozialen Krisen und sich verschärfenden Konflikten geprägt ist, gewinnt
der Versuch, eine gemeinsame Basis für Diskussionen und Koordination zu
schaffen, einen Wert, der über die Veranstaltung selbst hinausgeht und
auf eine noch offene politische Möglichkeit hinweist.
Die Konferenz hatte den Verdienst, einige entscheidende Themen wieder in
den Vordergrund zu rücken: den Aufstieg der extremen Rechten, den
Angriff auf soziale und Arbeitnehmerrechte, die Klimakrise, die globale
Dimension neoliberaler Politik und die Rückkehr des Krieges als
strukturelles Element der internationalen Beziehungen.
Eine breite, aber fragile Konvergenz
Die Zusammensetzung der Konferenz spiegelte eine starke politische
Heterogenität wider: radikale linke Organisationen, Teile der
Gewerkschaftsbewegung, soziale Bewegungen und Gruppen, die mit dem
institutionellen Progressivismus verbunden sind.
Diese Breite stellte sowohl eine Bereicherung als auch eine
Einschränkung dar.
Einerseits ermöglichte sie die Schaffung eines Raums für internationale
Diskussionen, der unter anderen Umständen schwer zu erreichen gewesen
wäre; andererseits verdeutlichte sie tiefgreifende Unterschiede in den
Analysen und Perspektiven. Die Schwierigkeit, diese Differenzen ohne
offene Auseinandersetzung zu überbrücken, spiegelt sich im
Abschlussdokument wider, das in seinen allgemeinen Kritikpunkten
weitgehend akzeptabel erscheint, sich aber bei der Behandlung der
kontroverseren Themen unsicherer und widersprüchlicher darstellt.
Antifaschismus und Antiimperialismus: Kategorien, die neu definiert
werden müssen
Eine der offensichtlichsten Schwächen der Konferenz war das Fehlen einer
gemeinsamen und präzisen Definition der zentralen Kategorien, auf denen
die Initiative basierte.
Was versteht man heute unter Faschismus? Was sind seine
charakteristischen Merkmale im heutigen Kontext? Wie lässt sich
wirksamer Antifaschismus formulieren, ohne zu einer bloßen Floskel zu
verkommen?
In diesen Punkten blieb der Vergleich weitgehend implizit, wenn nicht
gar völlig abwesend.
Auch der Bezug auf den Antiimperialismus schien oft von einer selektiven
und hierarchischen Lesart globaler Konflikte geprägt zu sein. Zwar
prangert das Dokument die Verantwortung der Vereinigten Staaten und
ihrer Verbündeten nachdrücklich an, doch treten erhebliche Lücken zutage.
Das Fehlen einer expliziten Verurteilung der russischen Aggression gegen
die Ukraine und das Verschweigen repressiver Entwicklungen in anderen
Kontexten deuten auf Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung eines
kohärenten Ansatzes hin.
Diese Selektivität ist kein nebensächlicher Faktor: Sie birgt die
Gefahr, den politischen Rahmen, den sie zu stärken sucht, selbst zu
schwächen.
Das Problem progressiver Regierungen
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft das Verhältnis zu sogenannten
progressiven Regierungen.
Mehrere Beiträge unterstrichen die Notwendigkeit, den Zusammenhang
zwischen den Regierungserfahrungen der Linken und dem Aufstieg der
radikalen Rechten zu hinterfragen.
Die Enttäuschung über als unzureichend oder mit dem neoliberalen System
unvereinbar wahrgenommene politische Maßnahmen wird in verschiedenen
Kontexten als einer der Faktoren angeführt, die den Aufstieg der
extremen Rechten begünstigten. Diese Überlegung findet im
Abschlussdokument jedoch keine Beachtung, als ob es sich um ein Problem
handelte, das es zu vermeiden statt anzugehen galt. Das Fehlen einer
kritischen Auseinandersetzung mit der Rolle dieser Regierungen zeugt von
einem erheblichen politischen Versagen, insbesondere in einem Kontext,
in dem der Aufbau einer glaubwürdigen Alternative auch die Fähigkeit
erfordert, sich mit den jüngsten Erfahrungen auseinanderzusetzen.
Eine strukturelle Grenze: Partizipation und Methode
Neben den politischen Fragen offenbarte die Konferenz auch methodische
Schwächen.
Trotz breiter Beteiligung blieben die Räume für Diskussionen und
Entscheidungsfindung stark eingeschränkt. Die Plenarsitzungen glichen
eher Präsentationen als Orten für effektive Debatten; das
Abschlussdokument war nicht das Ergebnis eines offenen, kollektiven
Prozesses. Ohne Raum für echte Diskussionen und transparente
demokratische Prozesse besteht die Gefahr, genau jene Dynamiken zu
reproduzieren, die sie eigentlich bekämpfen wollen. Anders gesagt: Es
genügt nicht, Beteiligung zu fördern; sie muss aktiv gestaltet werden.
Eine bemerkenswerte Abwesenheit: der libertäre Blick
Auffällig ist die geringe Sichtbarkeit libertärer und anarchistischer
Perspektiven.
Dieses Fehlen hat konkrete politische Konsequenzen. Es untergräbt eine
Tradition, die historisch die Kritik am Staat, das Misstrauen gegenüber
jeglicher Form zentralisierter Macht und die Weigerung, soziale Kämpfe
geopolitischen Logiken unterzuordnen, in den Mittelpunkt gestellt hat.
Dieses Fehlen trägt auch dazu bei, einige der aufgetretenen Unklarheiten
zu erklären.
Eine libertäre Perspektive würde diese Widersprüche nicht automatisch
auflösen, aber sie würde dazu beitragen, sie offenzulegen.
Die Konferenz in Porto Alegre stellt einen wichtigen, aber noch nicht
abschließenden Schritt dar.
Sie zeigte die Möglichkeit auf, einen internationalen Debattenraum zu
schaffen, aber auch die aktuellen Schwächen der globalen Linken:
Schwierigkeiten in der theoretischen Definition, politische Widersprüche
und die Unzulänglichkeit demokratischer Praktiken. Porto Alegre
erscheint daher weniger als Endpunkt, sondern vielmehr als Spiegelbild
gegenwärtiger Widersprüche.
Um weiterzukommen
Soll diese Entwicklung fortgesetzt werden, liegt der Schlüssel nicht
einfach in ihrer Wiederholung, sondern in der Auseinandersetzung mit den
aufgetretenen Problemen. Ein wahrer Internationalismus kann nicht auf
selektiven Ausschlüssen oder impliziten Ausgleichen zwischen
divergierenden Positionen beruhen.
Sie muss in der Lage sein, alle Formen der Herrschaft zu benennen und
autonome Kampfpraktiken zu entwickeln. Auf diesem Terrain wird sich die
Möglichkeit entfalten, einen wichtigen Moment in einen wirklichen,
diesem Moment würdigen politischen Prozess zu verwandeln.
http://www.alternativalibertaria.org
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe https://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
- Prev by Date:
(de) France, Monde Libertaire - Erklärung der Anarchistischen Front Irans und Afghanistans zu den Protesten in Herat (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
- Next by Date:
(de) Italy, FAI, Umanita Nova #18-26 - Diejenigen, die Krieg führen, dürfen nicht allein gelassen werden. Pontremoli: 29.-30. Mai - Gegen Militarismus (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
A-Infos Information Center