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(de) France, UCL AL #371 - Kultur - Siehe Raoul Peck: Orwell, 2+2=5 (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Wed, 24 Jun 2026 08:07:58 +0300


"Eine Sammlung bolschewistischer und marxistischer Absurditäten", so fasst eine Online-Rezension Raoul Pecks neuesten Film zusammen. Das weckt natürlich die Neugier! Vor allem, da der Regisseur zuvor sowohl im Spielfilmbereich - insbesondere mit *Der junge Karl Marx* - als auch im Dokumentarfilmbereich brilliert hat, darunter *I Am Not Your Negro* über James Baldwin und die Miniserie *Exterminate All the Brutes* über Kolonialisierung und Völkermord.

Hier finden wir eine für Raoul Peck typische Technik: das Porträt. In diesem Fall ist es ein Porträt von George Orwell, mit der erklärten Absicht, dessen politische Reflexionen hervorzuheben und eine antiautoritäre und antifaschistische Interpretation seines Romans *1984* zu liefern, auf den sich die extreme Rechte in den letzten Jahren häufig bezogen hat. Der Film präsentiert Orwells frühe Jahre, ein typisches Produkt der englischen Kolonialbourgeoisie: geboren in Indien, besuchte er das renommierte Eton College und diente anschließend fünf Jahre bei der Imperialen Polizei in Burma. Diese Einleitung ist vielleicht der beste Teil des Films: Sie verdeutlicht die Gedankenwelt eines Mannes, der die imperialistische Maschinerie durch seine Teilnahme am System hautnah erlebte, seine materialistische Analyse des Kolonialismus und wie die Hauptnutznießer eines ausbeuterischen Systems sich auch dagegen auflehnen können.

Doch nach diesem anfänglichen Erfolg verliert der Film schnell an Fahrt und verweilt ausführlich bei den letzten Jahren des Autors, in denen er seinen letzten Roman "1984" schrieb. Der Regisseur möchte Parallelen zwischen dem Buch und der heutigen Welt ziehen. Man hätte befürchten können, dass dies misslingen würde. Und so ist es auch. Verloren im Rausch einer ansonsten virtuosen Montage, verwischt der Film letztendlich alle Fäden und stellt alle Formen des Autoritarismus, alle Menschenmassen und alle Todesfälle auf dieselbe Stufe. Die Bilderflut wird schnell hektisch, springt ohne Übergang oder Erklärung von einer Situation zur nächsten und schreckt nicht vor schockierenden Bildern zurück. Das Ergebnis ist eine wirbelnde Demonstration, wenn auch eine chaotische, mit vielen fragwürdigen Elementen, wie dem plumpen Beharren auf der Anwendung des Konzepts Neusprech überall und dem Einsatz KI-generierter Bilder: Sicherlich mit der Absicht, dessen Verwendung anzuprangern, aber war das ein triftiger Grund dafür? Man hat durchgehend den Eindruck eines brillanten Regisseurs, dessen Botschaft dem Stil völlig geopfert wurde. Wer eine Antwort auf die verwirrende Aneignung Orwells durch die extreme Rechte erwartet, wird stattdessen mit einer ebenso verwirrenden Vision konfrontiert, die vorgibt, die Gegenposition einzunehmen.

Nach dem Verlassen des Kinos bleibt eine Frage offen: Wer ist die Zielgruppe? Ihre Voreingenommenheit ist so ausgeprägt, dass man schließlich versteht, wie ein rechtsgerichteter Zuschauer, selbst ein gemäßigter, darin nichts als "Unsinn" sehen konnte. Umgekehrt ist es für diejenigen, die sich in sozialen Kämpfen engagieren, schwer, den Film zu verlassen, ohne das Gefühl zu haben, Zeuge einer langatmigen Demonstration des Offensichtlichen geworden zu sein - so enthusiastisch sie auch sein mag, sie ist letztlich sinnlos. Zumal der Film keinerlei Mittel bietet, der Trägheit zu entkommen, in die er uns versetzt, sondern lediglich an das Vertrauen in jene Menschen appelliert, die angeblich ihre "Moral" nicht verleugnen wollen: schwer zu glauben nach Dutzenden von Minuten Bildern faschistischer Menschenmengen, die wie in einem Stroboskoplicht aneinandergekettet sind. Was bleibt, ist ein Film, dessen pauschale, vage Anklage der modernen Welt sicherlich die "Télérama-Linke" zufriedenstellen wird, die sich damit brüsten kann, auf der "richtigen Seite der Geschichte" zu stehen, und der vielleicht bei einigen verwirrten Individuen Anklang findet, die noch nicht der konservativen Rhetorik verfallen sind. Ansonsten bleibt jedoch das unangenehme Gefühl, zwei Stunden lang belehrt worden zu sein, dass 2 + 2 nicht 5 ergibt. Es ist fraglich, ob diese Demonstration so lang sein musste.

N. Bartosek (UCL Alsace)

Raoul Peck, Orwell: 2+2=5, Kinostart: 25. Februar 2026, 120 Minuten.

https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Voir-Raoul-Peck-Orwell-2-2-5
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