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(de) Germany, Ruhr, Die Platform: 1.MAI HEISST NICHT: "FEIERN, WAS WIR HABEN!" -SONDERN (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]"ERKÄMPFEN, WAS WIR BRAUCHEN!"
Date
Wed, 6 May 2026 08:06:01 +0300
Heute ist nicht nur ein Feiertag heute ist der internationale Kampftag
der Arbeiter:innenklasse. Ein Tag, der daran erinnert, dass unsere
Rechte uns nie geschenkt wurden. Sie wurden erkämpft von Menschen wie
dir und mir. Dafür sind Menschen auf die Straße gegangen, verhaftet oder
erschossen worden. ---- Ein Tag, der uns erinnert: Unsere Rechte sind
das Ergebnis von Organisierung, Widerstand und unzähligen Kämpfen gegen
die herrschende Klasse. Der Acht-Stunden-Tag, das Streikrecht, die
Lohnfortzahlung das sind keine Geschenke, sondern Siege gegen die Logik
des Profits. Und genau diese Siege stehen heute wieder unter Beschuss.
Die Schwarz-Rote Regierung bereitet die Entgrenzung der Arbeitszeit vor
unter dem Deckmantel der "Flexibilisierung". Arbeitgeber sollen mit
Beschäftigten vereinbaren können, wann wie lange gearbeitet wird real
bedeutet das: Mehr Arbeit. Mehr Stress. Weniger Schutz.
Während der Acht-Stunden-Tag nun verteidigt werden muss, ist für viele
Menschen dieser "Standard" nie Realität gewesen. Millionen arbeiten
mehrere Jobs, befristet, prekär oft nicht aus Wahl, sondern aus Zwang.
Besonders Frauen, INTA*-Personen (inter, nicht-binär, Trans & Agender),
Migrant:innen und queere Menschen arbeiten in Sektoren, die schlechter
bezahlt, unsicherer und oft unsichtbar sind: Pflege, Reinigung,
Erziehung, Assistenz, Einzelhandel, Gastronomie. Es sind Jobs, ohne die
unsere Gesellschaft nicht funktioniert aber die trotzdem kaum
Anerkennung bekommen. Wer diese Arbeit macht, lebt oft nah an der
Armutsgrenze auch mit Vollzeitstelle.
Dazu kommt noch ein höherer Anteil an unbezahlter Sorgearbeit
kochen,pflegen, kümmern um Kinder, Angehörige, Partner:innen,
Nachbar:innen. Diese Arbeit hält unser Leben zusammen. Doch sie wird
nicht als Arbeit behandelt sondern als "natürliche Rolle". Und sie wird
in den Statistiken,in den Tarifverträgen, in der öffentlichen Debatte
kaum mitgedacht.
Die Preise steigen, die Löhne nicht. Du arbeitest mehr, hast aber
weniger übrig. Ob als Verkäufer:in, Pfleger:in, Lagerarbeiter:in oder im
Büro. Du merkst es jeden Tag. Miete, Essen, Energie alles wird teurer,
während die Reichen reicher werden. Und was tut die Regierung?
Die Regierung sorgt wie immer auch für keine Verbesserung der Lage. Im
Gegenteil: Während Milliarden in Aufrüstung und Konzerne fließen, wird
bei sozialen Leistungen gekürzt. Die Kindergrundsicherung wurde auf ein
Minimum zusammengestrichen. Bürgergeld wird sanktioniert. Migration wird
kriminalisiert. Queerfeindliche Angriffe nehmen zu, auch weil rechte
Rhetorik längst in der politischen Mitte angekommen ist. Die
Ampelregierung und auch die Schwarz-Rote bedienen rassistische
Narrative, setzen auf Nach-Unten-Treten und Spaltung, während die AfD
immer offener hetzt gegen Arme, gegen Migrant:innen, gegen Queers,
gegen Feminist:innen. Und immer öfter finden diese Angriffe auf offener
Straße statt mit Gewalt, mit Zustimmung, mit erschreckender Normalität.
Dabei ist die rechte Mobilisierung kein Zufall. Sie ist das Ergebnis
eines politischen Vakuums, das entstanden ist, weil linke Alternativen
zu selten konkret, kämpferisch oder sichtbar waren. Auch die
Gewerkschaften haben hier ihren Teil der Verantwortung zu tragen. Obwohl
es in den letzten Jahren Arbeitskämpfe gegeben hat etwa beider Post,
bei der Bahn oder im Sozial- und Erziehungsdienst wurden diese oft
nicht konsequent geführt. Statt Solidarität aufzubauen und die eigene
Basis zu stärken, setzen viele Gewerkschaftsführungen auf symbolische
Aktionen, kurze Warnstreiks oder Kompromisse, die unterhalb der
Inflationsrate liegen. Während die Lebensrealität vieler Kolleg:innen
von prekären Verträgen, Überstunden, psychischer Belastung und
struktureller Diskriminierung geprägt ist, wirken große Teile der
Gewerkschaften wie schwerfällige Apparate, die weit entfernt von den
Bedürfnissen ihrer Mitglieder agieren.
Entscheidungen werden von oben getroffen, statt mit der Basis. Große
Teile der Gewerkschaftsspitzen haben sich mit dem Bestehenden arrangiert
mit dem Co-Management, mit der Standortlogik, mit"Sozialpartnerschaft".
Wir können auf den Staat und den Kapitalismus nicht vertrauen, wir
müssen anfangen, uns kollektiv zu organisieren in unseren Vierteln, in
unseren Arbeitsstellen, in unseren Netzwerken, sonst wird sich nichts
verändern. Der Staat wird uns nicht retten. Wahlen werden es nicht
richten. Die Krise ist real und sie trifft uns auf unterschiedliche
Weise. Aber genau deshalb braucht es gemeinsame Antworten.
Organisierung beginnt dort, wo wir sind. Solidarität beginnt dort, wo
wir leben. Feminismus beginnt dort, wo wir uns entscheiden, nicht mehr
allein zu kämpfen.
Dieser 1. Mai gehört uns, die keine Lobby haben. Allen, die tagtäglich
funktionieren müssen unter beschissenen Bedingungen. Allen, die sich
gegen Ausbeutung, gegen Spaltung, gegen patriarchale Machtverhältnisse
wehren. Wir müssen es selbst machen. Zusammen von unten.
Lasst uns unsere Kämpfe zusammenführen. Für ein gutes Leben für alle
nicht für wenige. Für eine Gesellschaft, in der Arbeit nicht krank
macht. Für eine Welt, in der Solidarität die Grundlage ist und nicht
Profit. Organisieren wir uns in unseren Betrieben aber auch über sie
hinaus! Erkämpfen wir Mitbestimmung dort, wo wir arbeiten, leben, lieben
und kämpfen! Verändern wir unsere Gewerkschaften von passiven
Verwaltungsorganen hin zu aktiven, basisdemokratischen Werkzeugen für
den Klassenkampf!
Stellen wir feministische Fragen! Wer macht unbezahlte Arbeit? Wer wird
im System unsichtbar? Wessen Sorge zählt und wessen nicht? Seien wir
unbequem solidarisch mit Care-Arbeiter:innen, mit Streikenden, mit
Menschen in prekären Jobs, mit queeren Jugendlichen, mit Migrant:innen
an den Grenzen!
Lasst uns wieder kollektiv werden. Laut. Unbequem. Solidarisch.
https://ruhr.dieplattform.org/2025/04/29/1-mai-heisst-nicht-feiern-was-wir-haben-sondern-erkaempfen-was-wir-brauchen/
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(de) France, UCL AL #370 - Im Fokus Konfrontation mit der extremen Rechten: Ein massen- und klassenbasierter Antifaschismus (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
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