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(de) France, Monde Libertaire - Geschichtsseiten Nr. 119: Die Geschichtsschreibung der Französischen Revolution (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Wed, 22 Apr 2026 08:41:12 +0300


Zwei Bücher sind zur Darstellung der Französischen Revolution erschienen. Das erste konzentriert sich auf zeitgenössische literarische Darstellungen des Ereignisses, das zweite auf die Geschichtsschreibung bis in die 1930er Jahre. Olivier Ritz analysiert die Geschichtsschreibung während ihres Entstehens. Er untersucht die wichtigsten zeitgenössischen Texte der Revolution, Epoche für Epoche, um zu zeigen, wie dieses revolutionäre Kapitel geschrieben wurde. Er betont die Macht der Erzählung in einer Zeit, in der gedruckte Materialien eine beispiellose Verbreitung erreichten. Er hebt die außergewöhnliche Meinungsfreiheit hervor, die Journalisten, Chronisten und Zeitzeugen genossen. Die Analyse des Sturms auf die Bastille sollte auch heute noch in wichtigen journalistischen Darstellungen enthalten sein. Die Presse wurde zu einem politischen Instrument. Sie wurde genutzt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, wie beispielsweise die Kampagne zur Verteidigung der Revolution und die Rekrutierung von Freiwilligen belegen. Briefe positionierten sich auf der einen oder anderen Seite, um ihren Standpunkt zu vertreten. Zahlreiche Texte belegen, dass diese Periode außergewöhnlich und reichhaltig war und den Anstoß zu einer beispiellosen Mobilisierung gab. Eines der wichtigsten Vermächtnisse der Französischen Revolution war letztlich die Pressefreiheit.

Guillaume Lancereau untersucht die Geschichtsschreibung der Revolution. Die Geschichtsschreibung Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war ein zentrales politisches und historisches Thema. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dominierte reaktionäre, ja sogar konterrevolutionäre Geschichtsschreibung. Erst mit den Gedenkfeiern zum hundertjährigen Jubiläum im Jahr 1889 änderte sich die literarische Landschaft. Der überzeugte Republikaner und Historiker Alphonse Aulard bot eine Form der Rehabilitierung der Revolution. Die Geschichtsschreibung wurde zu einem zentralen Thema, in dem professionelle Historiker zunächst um ihren Platz rangen, gefangen zwischen postmonarchistischer Literatur und der marxistischen Vision, die im Lichte der Oktoberrevolution von 1917 revidiert worden war. Obwohl es heute möglich ist, alle ihre Elemente zu analysieren, bleibt festzuhalten, dass die Geschichte politischen und erinnerungsbezogenen Einflüssen unterliegt; dieses Buch zeigt, dass dies nichts Neues ist.

Eine Literaturgeschichte der Französischen Revolution
Olivier Ritz
Gallimard 2026, 406 Seiten, 10,50 EUR

Der Geschichtskult: Die Revolution schreiben, 1889-1940
Guillaume Lancereau
CNRS Editions 2026, 372 Seiten, 25 EUR

https://monde-libertaire.net/?articlen=8892
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