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(de) Canada, Collectif Emma Goldman - Die Welt im Zeitalter der Raubtiere: Chronik des organisierten Chaos (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 14 Apr 2026 06:49:28 +0300


Das Shahran-Öldepot in Teheran, in der Nacht von Samstag, dem 7. März, auf Sonntag, den 8. März. (Screenshot X) ---- Der Schein der Zivilisation bröckelt. Von der Invasion der Ukraine 2022 bis zur Spirale der Ereignisse, die das geopolitische Machtgleichgewicht im Nahen Osten seit dem 7. Oktober 2023 ins Wanken gebracht haben, einschließlich der Scharmützel an den Grenzen Afghanistans und Pakistans, steht die Welt in Flammen. Weit entfernt von einem bloßen Zufall erleben wir einen wahren historischen Wendepunkt: Das Völkerrecht weicht dem "Zeitalter der Raubtiere".

Wenn Krieg profitabel wird

Jahrzehntelang lebten wir unter dem Regime der Abschreckung. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte die nukleare Bedrohung die Kosten eines Großangriffs unerschwinglich. Verteidigung hatte Vorrang vor Angriff. Doch wie Giuliano da Empoli in "Die Stunde der Raubtiere" darlegt, hat die technologische Entwicklung das Spiel auf den Kopf gestellt.

Heute ist das wirtschaftliche Gleichgewicht des Krieges zusammengebrochen. Um eine aus dem Südlibanon gestartete, selbstgebaute Drohne abzuschießen, muss Israel mitunter eine Patriot-Rakete im Wert von drei Millionen Dollar einsetzen. Wenn die Kosten eines Angriffs im Vergleich zu denen der Verteidigung vernachlässigbar gering sind, wird die Welt zum offenen Jagdrevier für diejenigen, die nichts mehr zu verlieren und alles zu gewinnen haben.

Der Aufstieg von Autokraten und "Konquistadoren"

In dieser verwüsteten Landschaft entsteht eine neue politische Landschaft. Der 47. amerikanische Präsident hat sich an die Spitze einer bunt zusammengewürfelten Truppe gestellt: schamlose Autokraten, Technologie-Konquistadoren, Reaktionäre und Verschwörungstheoretiker. Für diese Akteure ist Chaos nicht länger die Waffe von Rebellen oder Unterdrückten; es ist zum Markenzeichen der herrschenden Klasse geworden.

In einem Umfeld, in dem die Legitimität der Macht prekär ist, ist Untätigkeit ein Todesurteil, wie Da Empoli uns in Erinnerung ruft. Wer nicht handelt, trägt die Folgen des Wandels zu seinem Nachteil. Folglich wird brutales Vorgehen zur einzigen Währung. Die Unabhängigkeit von Institutionen, die Rechte von Minderheiten oder internationale Konsequenzen? Diese Konzepte sind überholt. Im Zeitalter der Raubtiere haben diese Schutzmechanismen jeglichen Wert verloren. Diese Rückkehr zu einer Form politischer Brutalität ist laut Da Empoli nichts anderes als eine brutale historische "Rückkehr zur Normalität".

Der digitale Kampf ums Überleben

Diese Ausbeutung beschränkt sich nicht auf physische Schlachtfelder; sie durchdringt den mentalen Raum. Die öffentliche Debatte hat sich in einen Kampf ums Überleben verwandelt, in dem nur die Algorithmen der Plattformen die Regeln diktieren.

"Während die Mobilisierung von Vorurteilen schon immer das Lebenselixier des politischen Kampfes war, haben die sozialen Medien ihr eine industrielle Dimension verliehen: Sie identifizieren brisante Themen, die Bruchlinien, die die öffentliche Meinung spalten; sie projizieren die extremsten Positionen an jeder dieser Fronten und spielen sie gegeneinander aus; sie projizieren die Konfrontation auf die gesamte Öffentlichkeit, um die Atmosphäre weiter anzuheizen." (Da Empoli, 2025, S. 93) Das Ziel ist nicht länger, den Verstand zu erleuchten, sondern ihn zu lähmen.

Der Kult des Ergebnisses und das Ende der Vernunft

In dieser chaotischen Welt ist Wissen zum Feind des Handelns geworden. Nachdenken bedeutet, innezuhalten; Verstehen bedeutet zögern. Was zählt, ist die kühne Entscheidung, die die Öffentlichkeit begeistert und den Gegner lähmt.

Konkret wird die Blockade der Straße von Hormus jedoch zu einem sprunghaften Anstieg des Ölpreises führen, der die Arbeiterklasse durch weit verbreitete Inflation weiter verarmen lässt. Gleichzeitig bereichert das Chaos die Rüstungsindustrie, die massiv öffentliche Gelder abzweigt, die eigentlich in Gesundheitswesen, Bildung und den Kampf gegen die Klimakrise investiert werden sollten.

"Nur das Ergebnis zählt", wie Javier Milei es so treffend formuliert: "Was unterscheidet einen Wahnsinnigen von einem Genie? Der Erfolg." (Da Empoli, 2025, S. 82) Im Kampf der Raubtiere hat der Sieger Recht, ungeachtet der Verwüstung, die er hinterlässt.

Die Welt wird nicht länger regiert; sie verschlingt sich selbst.

Bibliographie:

DA EMPOLI, Giuliano. Die Stunde der Raubtiere. Paris: Gallimard, 2025.

von Emma Goldman Collective

http://ucl-saguenay.blogspot.com/2026/03/le-monde-lheure-des-predateurs.html
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