A - I n f o s
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists **

News in all languages
Last 30 posts (Homepage) Last two weeks' posts

The last 100 posts, according to language
Castellano_ Català_ Deutsch_ English_ Français_ Italiano_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ All_other_languages
{Info on A-Infos}

(de) rbh online

From Anarchistische Buchhandlung <rbh@inode.at>
Date Wed, 20 May 98 19:23:27 +0100


 ________________________________________________
      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
            http://www.ainfos.ca/
 ________________________________________________

RBH-Online

Revolutionsbräuhof (RBH) ‹ Postfach 142, A-1181 Wien 
Tel.: (01) 310 76 93, 319 52 22 € E-Mail: rbh@inode.at € http://www.inode.at/rbh
Treffen: Jeden Di, 20.00 Uhr. Anarchistische Buchhandlung; Hahng. 15, A-1090 Wien.

Mit diesem Internetdienst versenden wir sowohl aktuelle Informationen, Terminankuendigungen,
als auch theoretische Texte etc. Grundsätzlich verstehen wir ihn als offenes Medium, daß
heißt, daß wir auch Zusendungen anderer linker Gruppen/Personen weiterverbreiten.
Zusendungen, die wir über RBH-Online weiterverbreiten sollen, bitte entsprechend
kennzeichnen. Wir verschicken die Nachrichten grundsätzlich an alle, von denen wir glauben,
daß sie sich vielleicht dafür interessieren könnten. Wenn ihr sie nicht mehr bekommen wollt,
reicht eine kurze Nachricht an uns.


ANTIFASCHISMUS LÄSST SICH NICHT VERBIETEN!

Protestkundgebung vor der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Zeit: Freitag, 22. Mai 1998 um 16.00 Uhr 
Ort: Metternichgasse 3, 1030 Wien 
(Eine Station mit dem 71er nach dem Schwarzenbergplatz)

Am 12. Mai 1998 stürmten um 6.00 früh Beamten des Bayrischen 
Landeskriminalamtes in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und 
anderen Polizeikräften in der BRD insgesamt 39 Wohnungen, davon 14 allein in 
Passau. Betroffen waren AktivistInnen aus der Antifaschistischen 
Aktion/Bundesweite Organisation und anderen Antifagruppen. Sie alle haben aber 
eins gemeinsam: sie kommen aus Passau. 
Die Begründung für die Hausdurchsuchungen sind Ermittlungen nach dem §129 
(Bildung einer kriminellen Vereinigung) im Bezug auf angebliche 100 Delikte im 
Raum Passau seit 1993. Was damit gemeint sein soll, ist unklar. Den Behörden, 
insbesondere dem deutschen Innenminister Manfred Kanther, waren wohl eher 
die erfolgreichen Mobilisierungen gegen die Parteitage der neofaschistischen NPD 
und der rechtsextremen DVU in Passau ein Dorn im Auge. Vor allem gegen die 
alljährlichen Treffen der DVU konnten immer wieder Hunderte AntifaschistInnen 
auf die Straße gebracht werden. Während Neonazis unbehelligt, ja sogar mit 
staatlicher Unterstützung in der Ex-DDR rechtsextreme Jugendstrukturen 
eröffnen können, ImmigrantInnen, Frauen und Andersdenkende verletzt und 
getötet werden, immer mehr rechte Waffenlager ausgehoben werden, dabei aber 
der rechtsextreme Hintergrund geleugnet wird, und Neonazis in der Bundeswehr 
immer aktiver werden, müssen AntifaschistInnen damit rechnen, kriminalisiert zu 
werden. 
Es hat ja bereits ein ähnliches Verfahren gegen die Antifa (M) in Göttingen 
stattgefunden, das eingestellt wurde. Trotzdem zeigten diese Repressionsmethoden 
Wirkung: Rechtspopulistische Zeitungen wie die “Bild³, und PolitikerInnen 
konnten daraufhin vor jeder Antifa-Demonstration gegen AntifaschistInnen 
hetzen, weil sie doch der Gewaltbereitschaft verdächtigt wurden.
Die einzelnen Durchsuchungen liefen wie üblich empörend ab: in einer 
Wohngemeinschaft wurden auch die Zimmer von Unbeteiligten durchsucht, in 
einer anderen Wohnung wurde ein Antifa für die Dauer der Durchsuchungen mit 
Handschellen an sein Bett gefesselt, eine Frau wurde als “Rote Fotze³ beschimpft, 
und in einer Wohnung wurde ein Tonklumpen mitgenommen, weil es sich ja um 
Sprengstoff hätte handeln können. Natürlich wurden auch Computer und 
persönliche Materialien beschlag-nahmt.
Es sollte nicht vergessen werden, daß mit einer Verurteilung der Betroffenen ein 
Präzedenzfall geschaffen werden könnte, um jeglichen linksradikalen 
antifaschistischen Widerstand zu verbieten. 
Wir wissen, daß solche Vorgehensweisen einerseits den StaatsschützerInnen viele 
neue Informationen bringen (und nicht selten geraten solche Infos auch in die 
Hände von Neonazis), und daß solche Prozeduren für Aktive viel Zeit und Nerven 
kosten, die sinnvoller genützt werden könnten.
Solchen Verfahren kann nur mit viel öffentlichem Druck Einhalt geboten werden. 
Wir wollen auch hier in Wien mit einer Kundgebung vor der deutschen Botschaft 
einen Schritt setzen, und rufen alle Anti-faschistInnen dazu auf, sich zu beteiligen. 
Wir erklären uns mit der Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation und 
allen anderen Betroffenen solidarisch und fordern die deutschen Behörden auf, 
das Verfahren einzustellen. 

SCHLUSS MIT DER KRIMINALISIERUNG VON ANTIFASCHISTiNNEN!

Bündnis Antinationaler Gruppen (BANG!)
Jugend gegen Rassismus in Europa (JRE) 
Revolutionär-Kommunistische Liga (RKL) 
Revolutionsbräuhof (RBH) 
Rosa Antifa Wien (RAW)

	***A-INFOS DISCLAIMER - IMPORTANT PLEASE NOTE***

A-Infos disclaims responsibility for the information in this message.


			********
		The A-Infos News Service
			********
		COMMANDS: majordomo@tao.ca
		REPLIES: a-infos-d@tao.ca
		HELP: a-infos-org@tao.ca
		WWW: http://www.ainfos.ca/
		INFO: http://www.ainfos.ca/org



A-Infos
News